Silber und Bronze für Deutsch-Wagramer bei sensationeller WM

Erstellt am 22. Juni 2022 | 02:23
Lesezeit: 3 Min
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Muskeln gezeigt. Andreas Onea (l.) und Andreas Ernhofer präsentieren stolz ihre Medaillen. Ganz Deutsch-Wagram ist stolz auf die beiden!
Foto: privat
Die beiden Deutsch-Wagramer Para-Schwimmer Andreas Onea und Andreas Ernhofer trumpften in Portugal ordentlich auf.
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Deutsch-Wagram war, ist und bleibt der Nabel der österreichischen Schwimmsportwelt, zumindest bei den Para-Sportlern. Denn bei den IPC-Weltmeisterschaften im portugiesischen Madeira sorgten die beiden Marchfelder Andreas Ernhofer und Andreas Onea für Medaillen-Glanzlichter in Rot-Weiß-Rot:

Andreas Ernhofer

Mutter und Mentaltrainerin Doris Ernhofer wusste schon im Vorfeld, dass ihr Sohn das Potenzial für eine Medaille hatte. Sie behielt recht, denn der Feuerwehrmann aus Deutsch-Wagram musste sich in der vergangenen Woche über 150 Meter Lagen in der Klasse SM4 nur dem Israeli Ami Imer Da daon geschlagen geben und holte Silber. Ernhofer fixierte in 2:45,65 Minuten einen neuen österreichischen Rekord und auch seinen größten Karriereerfolg.

„Es war ein unglaublich hartes Rennen. Nach den ersten 50 Metern war ich bei der Wende Vorletzter, habe aber nicht aufgegeben. Jetzt bin ich auf 150 Meter Lagen der zweitschnellste Schwimmer der Welt“, jubelt der frischgebackene Vizeweltmeister.

Bereits zuvor zeigte er auf: Über 50 Meter Brust holte der Weinviertler in seiner Klasse SB3 Rang vier. Im Finale schlug Ernhofer in 52,96 Sekunden an und ließ damit gleich vier Konkurrenten hinter sich. Die Goldmedaille ging an den Italiener Efrem Morelli, der sich in 48,88 Sekunden klar durchsetzte. Auf eine Medaille fehlten Ernhofer 1,84 Sekunden. Dennoch war er hochzufrieden: „Ich bin sprachlos, einfach überglücklich, die Blecherne glänzt wie Gold. Das Finale war mein großes Ziel, Platz vier ist einfach großartig“, jubelte Ernhofer, der gleich noch eine Kampfansage losließ: „In Paris 2024 (Paralympics, Anm.) will ich der schnellste Schwimmer in meiner Klasse sein und eine Medaille holen.“

Andreas Onea

Was für ein turbulentes Halbjahr für den zweiten Deutsch-Wagramer: Corona, Comeback, Heirat und jetzt WM-Bronze! „Mir sind die Tränen gekommen, Emotionen pur“, fehlten dem 29-Jährigen noch lange nach seinem Rennen die Worte.

Nach einer durchwachsenen Saison trumpft Onea bei der Weltmeisterschaft groß auf. Er schlägt über 100 Meter Brust in 1:12,85 Minuten hinter dem Chilenen Vicente Enrique Almonacid und dem Spanier Oscar Salguero Galisteo als Dritter an und sichert sich die Bronzemedaille. „Das war Racing pur! Ein hartes, aber extrem geniales Rennen.“

Es ist Oneas vierte WM-Medaille und die erste seit 2015. Dazu kommt auch das private Glück: Vor wenigen Wochen heiratete er seine Raisa. Onea: „Das hat mich beflügelt!“