Auersthalerin Kappel erkämpfte vor Laptop eine Medaille. Die Auersthalerin Verena Kappel wurde bei der ersten „Zoom-Europameisterschaft“ Dritte. Für sie zählt speziell die Botschaft.

Von David Aichinger. Erstellt am 07. April 2021 (00:02)
Schattenkampf. Verena Kappel liebt und lebt ihren Sport.
privat, privat

Stillstand wegen Corona ist keine Option! Unter diesem Motto ging vor wenigen Tagen die erste „Zoom-Europameisterschaft“ in der chinesisch-vietnamesischen Kampfkunst Qwan Ki Do über die Bühne. 76 Teilnehmer aus Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und der Schweiz waren am Start, gemeinsam mit den ebenfalls zahlreichen Juroren saßen rund 150 Personen vor ihrem jeweiligen Bildschirm.

Mittendrin statt nur dabei im neunköpfigen „Team Austria“ war auch die Auersthalerin Verena Kappel, die in ihrer Kategorie „Schwarzgurt 1. Dang“ auf dem dritten Platz landete und damit eine von fünf österreichischen Medaillen holte. Die 33-Jährige belohnte sich damit für ihr Durchhaltevermögen, kann sie doch seit mittlerweile über einem Jahr nicht vor Ort mit ihren Kollegen trainieren. So wird Dienstag und Freitag via Zoom unterrichtet: „Im Wohnzimmer, da kannst du natürlich keinen Schattenkampf machen, aber step by step deine Techniken üben. Und dann musst du halt rausgehen und es zusammenhängen, bei Wind und Wetter.“

Wie war das Erlebnis des Online-Wettkampfs, für den sich Kappel eine große Wiesenfläche suchte, um ihre Choreografie gut vorzeigen zu können? „Natürlich hat diese Hallenatmosphäre gefehlt, die Musik, das Vorstellen der Nationen. Wenn du normal bei einer EM oder WM startest, da prickelt die ganze Halle. Aber die Organisatoren haben das gut gemacht. Es gab ein sehr gutes Einführungsvideo und eine Begrüßung in drei Sprachen. Der Grundgedanke war einfach: Es darf keinen Stillstand geben. Wir praktizieren das, das ist gesund. Auch wenn uns das Miteinander abgeht, sind wir doch durch die Kampfkunst verbunden. Und diese Message finde ich halt so schön.“

Die Urkunde für den zweiten Platz kam übrigens per Post zu Kappel nach Hause – wo sich auch die nächste Genera tion längst im Qwan Ki Do übt. „Sie hat immer mitbekommen, dass ich trainiere“, erzählt Kappel von ihrer fünfjährigen Tochter Leona: „Und ihr Papa ist ja auch sehr sportlich. Das ist eigentlich unser Alltag.“ Ausprobiert wurde vieles, zum Beispiel auch Kunstturnen: „Aber sie ist bei Qwan Ki Do hängengeblieben. Das ist das, was ihr wirklich Spaß macht.“