10-jähriger Mannsdorfer hat die 20 Meter geknackt. Fabian Zettel (10) aus Mannsdorf an der Donau machte als einziger Weinviertler Überflieger weitere Entwicklungsschritte.

Von David Aichinger. Erstellt am 25. März 2020 (01:22)
Wie die Großen. Fabian Zettel ist erst zehn Jahre alt, wirkt am Zitterbalken aber schon genauso fokussiert wie die Profis.Stadtadler
Wiener

Vor gut drei Jahren „nervte“ der damals erst siebenjährige Fabian Zettel aus Mannsdorf seine Eltern so lange mit dem Wunsch, Skispringen zu dürfen, dass er wahr wurde. Der Papa griff zum Telefon und landete über den Österreichischen Skiverband bei den „Wiener Stadtadlern“, dem einzigen Skisprungclub in Wien und Niederösterreich. Dort ist Zettel eines von 30 Kindern, die während der Woche in einer Wiener Turnhalle an ihrer körperlichen Verfassung arbeiten, um für die Wochenendfahrten zu den nächstgelegenen Schanzen in der Steiermark und Oberösterreich gerüstet zu sein.

Die heurige Saison ging für den mittlerweile Zehnjährigen – er ist der einzige Skispringer aus dem Weinviertel – wegen Corona vorzeitig zu Ende, erfolgreich war sie aber allemal. Zettel nahm etwa an der Kalmberg trophy in Bad Goisern teil, wo er mit Weiten zwischen 16 und 17 Metern unter Österreichern, Deutschen, Italienern und Tschechen auf Rang zehn landete. Noch weitere Sprünge lieferte der Youngster auf seiner „Hausschanze“ in Mürzzuschlag, wo er am häufigsten trainiert. Beim Landescup in der Obersteiermark sprang Zettel da in der umkämpftesten Leistungsklasse, Kinder II, auf 19 und 20 Meter.

Sein Skisprungfieber hat der „Flachländer“ übrigens schon übertragen: Mama und Papa helfen mittlerweile ehrenamtlich im Verein, und mit „Elektrotechnik Unger“ und „Mineral- und Baustoffhandel Bichinger“ unterstützen auch zwei Mannsdorfer Unternehmen die Skispringer aus dem Osten.

Die stellten heuer mit dem 15-jährigen Louis Obersteiner zum ersten Mal den Gesamtsieger des Austrian Cup, der höchsten nationalen Nachwuchs-Wettkampfserie. Vereinsvorsitzender Florian Danner freut sich: „Es fällt mittlerweile in ganz Österreich auf, dass auch mehr und mehr Stadtadler als Nachwuchshoffnungen im Österreichischen Skiverband nachrücken. Das ist auch deswegen bemerkenswert, weil wir der einzige Skisprungclub in ganz Österreich sind, der im Umkreis von 100 Kilometern keine eigene Trainingsschanze hat.“