Tag 1 - Ein EM-Teilnehmer hilft mit. Das erste Tagesziel hat Rainer Predl geschafft. Zum Start der nächsten 24 Stunden begleitete ihn der Gerasdorfer Andreas Vojta, der sich erst gestern über 3.000 Meter für die Hallen-EM in Glasgow qualifiziert hatte.

Von David Aichinger. Erstellt am 10. Februar 2019 (17:08)

1.793 Laufband-Kilometer in 14 Tagen – genau das will der Lasseer Rainer Predl von 9. bis 23. Februar im Gänserndorfer Fitnessstudio MegaFit schaffen. Die NÖN begleitet den Weltrekordversuch mit einer Serie. Lesen Sie täglich auf nön.at, wie es dem Extremsportler geht, bei welcher Kilometermarke er sich befindet und weitere witzige Hintergrundgeschichten über die außergewöhnliche Aktion und den ebenso außergewöhnlichen Athleten.

Der erste Tag ist geschafft, Rainer Predl hat sich auf dem Laufband im Gänserndorfer MegaFit "eingegroovt" - mehr oder weniger, wie der 29-Jährige nach exakt 24 Stunden kommentierte. "Äußerst anstrengend" sei der Auftakt gewesen: "Die Kilometer haben wir geschafft, aber der Körper hat ein bisschen rebelliert. Der will noch nicht ganz in seinen Rhythmus reinkommen. Aber schauen wir mal. Ein bisschen Zeit hat er ja noch, dass er reinkommt (lacht)."

Der Protagonist sprach es trotz der leichten Anlaufschwierigkeiten also schon an: Das erste Tagesziel - angepeilt werden täglich 130 Kilometer - wurde exakt absolviert. Der erste Marathon war schon am Samstag Abend geschafft, um 8 Uhr morgens dann auch der erste "Hunderter" geknackt. Da flog wie angekündigt der erste Leuchtkörper in den Gänserndorfer Himmel.

Vojta fing schon mal alleine an

Wie sah sein engstes Betreuerteam den ersten von 14 Teilen? "Höhen und Tiefen", so die Kernaussage, vor allem der Gedanke an die noch nicht greifbare Gesamtlänge des Projekts mache dem Ausnahmesportler zu schaffen. Wie gut, dass da am Sonntag-Nachmittag hochkarätige Unterstützung eintrudelte. Mittelstreckenläufer Andreas Vojta kam nach Gänserndorf, um Predl für rund eineinhalb Stunden zu begleiten. Mit im Gepäck: Das geschaffte EM-Limit über 3.000 Meter in der Halle, erst am Samstag hatte sich der Gerasdorfer in Linz für die Endrunde in Glasgow qualifiziert.

Dass am Sonntag ohnehin "Auslaufen" am Programm stand, traf sich, so Vojta, der Predl schon beim Sieben-Tage-Weltrekord vor vier Jahren unterstützt hatte. Seine Einschätzung zum neuesten Abenteuer des Lasseers? "Also ich kenne den Rainer jetzt auch schon eine Weile. Was er immer aufführt, ist absurd und beeindruckend zugleich", lacht Vojta: "Zwei Wochen am Laufband, das ist sehr beeindruckend für mich und auch als Profiläufer unvorstellbar. Vor allem mental."

"Die Luft ist das anstrengendste"

Auf seinem "Mini-Mini-Mini-Stück", das er den Laufkollegen begleite, war dem mehrmaligen Leichtathleten des Jahres vor allem eines wichtig: "Ich will ein bisschen die Leute darauf aufmerksam machen, was das für eine unglaubliche Leistung ist. Der spult da seine Kilometer ab, und was halt wichtig ist, er sammelt für eine gute Sache. Es ist ja kein reines Showevent, dass er sich da präsentiert. Also denke ich, das ist etwas, das man unterstützen sollte."

Das Vorhaben, Predl ein wenig abzulenken und zu unterhalten, musste zwar ein wenig warten - Vojta fing einstweilen alleine an, weil Predl gerade einen "Powernap" einlegte - ging dann aber schnell auf. Der Rekordversuchende musste schon bald lachen, als er den gegenüber laufenden Vojta (das Weltrekord-Laufband und das Begleitgerät stehen Kopf an Kopf, Anm.) bei seinen fitten, schnellen und lauftechnisch einwandfreien Schritten beobachtete: "Siehst du, das ist der Laufvergleich Kurzstrecke - Langstrecke."

Und auch eines seiner Leiden konnte er dem laufaffinen Kollegen klagen. Die Luft sei der anstrengendste Faktor: "Es ist doch immer stickig. Jetzt weiß ich, warum du keine Laufbänder magst, Andi."