Matzner Talent Rodionov ist so weit oben wie noch nie. Das Matzner Ausnahmetalent Jurij Rodionov (19) meldete sich nach seiner Verletzungspause mit einem Paukenschlag zurück: Platz 456 in der Weltrangliste ist ein neues Highlight.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 06. Juni 2018 (02:26)
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Aufschlag ins Glück: Jurij Rodionov aus Matzen.

Eine erfreuliche Nachricht gab es für das 19-jährige Matzner Top-Talent Jurij Rodionov: In der letzten Woche kletterte er auf Rang 456 in der ATP-Weltrangliste, ein neuer Karrierehöchststand.

Dabei war das letzte halbe Jahr nicht leicht für den Weinviertler: Zwar ist er mittlerweile Heeressportler, doch erstens absolvierte er die Grundausbildung beim Bundesheer und zweitens verletzte er sich danach bei einem Future-Turnier in Kroatien am Ellbogen. Es folgte eine beinahe zweimonatige (!) Pause mit unzähligen Behandlungen. Ende April feierte er dann beim Challenger-Turnier in Ostrava (Tschechien) sein Comeback. Das Erreichen der dritten Quali-Runde war angesichts dessen, dass er zuvor kaum trainiert hatte, ein be achtenswertes Ergebnis.

"Die Zeit war nicht einfach für mich"

„Diese Zeit war nicht einfach für mich, da ich nur leichtes Konditionstraining machen konnte. Am meisten gelitten hat mein Aufschlag, was die Auftritte in Ostrava und dann in Heilbronn für mich umso schwerer machte“, resümierte Rodionov.

Vergangene Woche folgte dann der Chal lenger in Loughborough (Großbritannien), wo Rodionov durch die Quali marschierte und bis ins Viertelfinale vorstieß. Im Achtelfinale besiegte er dabei sogar Lokalmatador Daniel Evans, der vor seiner Dopingsperre im Jahr 2017 zu den besten 50 Spielern der Welt zählte. Im Viertelfinale verlor er dann gegen den Österreicher Maximilian Neuchrist knapp in drei Sätzen. Rodionov: „Die Tage vor der Abreise nach England waren sehr hart, brachten mir aber meinen Aufschlag zurück. Dazu kam auch das Spielgefühl von Match zu Match zurück. Umso mehr freut mich das gute Abschneiden im Turnier, wodurch sich die harte Arbeit ausgezahlt hat.“

Belohnung: Sprung in die Weltrangliste

Auch sein Coach Andreas Berenz vom TC Deutsch-Wagram sah es ähnlich: „Die Vorbereitung ist eigentlich optimal gelaufen, doch dann warf uns die Verletzung zurück. Die Genesung ist glücklicherweise gut verlaufen und in jedem Turnier seither war von Match zu Match eine Leistungssteigerung zu sehen. Der Höhepunkt war natürlich die Partie gegen Evans. Das war die beste Partie, die ich je von Jurij gesehen habe. Jetzt geht der Blick optimistisch ins zweite Drittel der Saison.“

Die Belohnung war trotzdem sein Sprung in der Weltrangliste. Diese Woche geht es mit zwei Challengern auf Sand in Kasachstan weiter.