Fünfter Platz als Geschenk. Bruck/Leitha sparte sich den Weg ins Waldviertel. Der UBBC Gmünd bekam auch den fünften Platz auf dem „Grünen Tisch“ und poltert nach chaotischer Minimal-Saison.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 08. Juni 2017 (02:45)
Maximilian Köpf
David Graf & Co. mussten sich am Samstag beim UBBC-Abschlussfest miteineminternenMatchbegnügen.

Wie hätte die Saison auch anders zu Ende gehen können, als mit einer kurzfristigen Absage? Trotz guter Ausgangsposition ersparte sich Bruck/Leitha am Samstag den Weg nach Gmünd, sagte am Freitag, 30 Stunden vor der Partie, ab und schenkte somit dem UBBC den fünften Platz.

„Von der Platzierung her ist damit die Saison ein bisschen gerettet“, sagte Manager Franz Chwatal. „Im Hintergrund lief aber zuviel schief, als dass man die Saison als Erfolg verkaufen könnte. Das Resümee fällt bescheiden aus.“

 „Eine Meisterschaft in 15 Spielen zu entscheiden ist einer Landesliga nicht würdig!“ Franz Chwatal, Manager UBBC Gmünd 

In einer der „rabenschwärzesten Saisonen der Vereinsgeschichte“ (Chwatal) gab‘s für Gmünd nicht viel zu gewinnen. De facto reichten dem UBBC zwei erspielte Siege (Möllersdorf und Korneuburg im Grunddurchgang) für den fünften Platz. Drei bekam man auf dem „Grünen Tisch“ zugesprochen. Eben jenen am Samstag gegen Bruck und davor schon die beiden in den ersten Platzierungsspielen gegen Korneuburg, die den Grenzstädtern überhaupt erst das Spiel um den fünften Platz gegen 1.-Klasse-Meister Bruck ermöglichten.

Den Gmündern macht indes nicht nur die eigene sportliche Performance zu schaffen, sondern auch die abgelaufene Meisterschaft selbst. Diese ist nämlich in nur 15 Spielen entschieden worden. „Das ist einer Landesliga nicht würdig“, polterte Chwatal, dessen Gmünder dabei nur siebenmal vor eigenem Publikum antreten konnten, zweimal kurzfristig um Heimspiel umfielen (Absagen von Korneuburg und Bruck). „Wie es für Teams wie Deutsch Wagram oder uns, die noch Zuschauer anlocken, weitergehen kann, ist fraglich.“ Durch die wenigen Heimspiele hat man auch mit finanziellen Einbußen zu kämpfen – Eintritt, Patronanzen, Buffet.

Dazu kam das Terminchaos im Frühjahr. Viele Teams ignorierten die Fixtermine, zögerten Spiele erst hinaus, sagten dann erst ab. „An eine geregelte Meisterschaft, die auch eine gewisse Leistungskonstanz im Team forciert, war nicht zu denken“, so Chwatal. Zwischen dem letzten Heimspiel im Viertelfinale gegen Wiener Neustadt und dem (letztlich auch nicht ausgetragenen) Heimmatch am Samstag lagen drei Monate. „Das verärgert Spieler, Fans und Zuschauer…“

Weichen für die Zukunft werden jetzt gestellt

Eine weitere derartige Saison will man sich ersparen. Wie es weitergehen kann, dazu sollen in dieser Woche erste Weichen gestellt werden. Bis dahin müssen auch alle Meldungen der Vereine beim NÖ-Basketballverband eingegangen sein. Korneuburg ist jedenfalls nicht mehr in der Landesliga. Die Mannschaft hat sich aufgelöst, ein Teil der Spieler wechselt zurück nach Tulln und spielt dort 1. Klasse.

Was auch immer der NBBV entscheidet: Der UBBC Gmünd hofft auf mehr Spiele und weniger Chaos.