Erstellt am 10. Januar 2017, 02:27

von Maximilian Köpf

Hoffen auf die Wildcard. Urgestein Harry Simon (49) verpasste in Finnland neuerlich die Qualifikation für die Einzel-WM. Letzte Hoffnung: Wildcard des Weltverbands. Simon: „Schaut schlecht aus.“

Banger Blick nach vorne. Harald Simon braucht die Gunst der FIM.  |  M. Köpf

Fünfzig Meter haben gefehlt! Bitter verlief die WM-Qualifikation in Ylitornio für das Eisspeedway-Urgestein Harald Simon. Nach zwei Laufsiegen und einem zweiten Platz krachte der Pfaffenschlager im vierten Heat fünfzig Meter vor dem Ziel in Führung liegend auf das beinharte finnische Eis. Null Punkte.

Schuld daran war ein Handwurzelknochenbruch, den Simon sich vor vier Wochen im Trainingslager zugezogen hat – er war gestürzt und ein nachkommender Fahrer war ihm über die Gashand gefahren. Nach drei erfolgreichen Läufen bei der WM-Quali war die noch nicht ganz genesene rechte Hand zu erschöpft. „Ich habe einen Krampf bekommen, konnte die Maschine nicht mehr aufrecht halten“, schilderte Simon kurz nach seiner Rückkehr in die Heimat im NÖN-Gespräch.

Hätte er den dritten Laufsieg nach Hause gebracht, wäre die Qualifikation mit elf Punkten geritzt gewesen. „Dann hätte ich den fünften Heat ausgelassen“, sagte Simon. So musste er auch den Schlusslauf absolvieren, war gegen den Russen Dinar Valeev chancenlos. Simon wurde zwar Zweiter, war damit aber punktegleich mit Stefan Svensson und Stefan Pletschacher, mit denen er sich um die verbliebenen zwei der insgesamt sechs Startplätze im Stechen matchen musste.

„Da war mir schon klar, dass ich keine Chance mehr habe“, so Simon. „Es ging einfach nicht mehr.“ Er wurde Dritter und damit erster Fahrer im Klassement, der die Quali verpasste. „Früher wärst du mit zehn Punkten locker qualifiziert gewesen“, sagte Simon. „Das Feld ist irrsinnig zusammengerückt.“

Der 49-jährige Pfaffenschlager blickt nun schon der zweiten Saison in Serie ohne Einzel-WM-Läufe entgegen. Ein Funken Hoffnung bleibt noch: die Wildcard des Motorsport-Weltverbands (FIM). „Die Chancen darauf stehen aber eher schlecht“, fürchtet Simon, der im Trainingslager dominierte – bis zu seiner Verletzung, wegen der er auch in der russischen Superliga für Kamensk-Uralsky bisher nicht zum Einsatz kam. Die nächste Chance auf einen Einsatz gäb’s am 28. Jänner in Ufa.

Zur gleichen Zeit wird in St. Johann die Europameisterschaft gefahren. Der Saisonabschluss fällt dann am 11. und 12. März auf Simons Lieblingsbahn in der Max-Aicher-Arena in Inzell – dort steigt die Team-WM. Zwei Wochen vor Simons Fünfziger.