Hutter hält sich journalistisch fit . Der Gmünder Fritz Hutter war bis vor zwei Jahren Chefredakteur des eingestellten Sportmagazins. Mittlerweile bittet der 51-Jährige als Persönlichkeiten aus dem Sport vor das Mikrofon. Seinen Podcast „Am Sportplatz“ betreibt er nicht aus kommerziellen, sondern aus ideellen Gründen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 07. April 2020 (16:14)
Privat

Normalerweise stellt Fritz Hutter die Fragen und seinen Gesprächspartner bleibt das Gros der Redezeit. Für die NÖN schlüpfte er in die Rolle des Interviewten. Und tut das „als passionierte Plaudertasche“ sehr gern. 

Seine journalistischen Wurzeln hat Hutter im Gmünder Gymnasium. Dort wirkte er voller Begeisterung an einer Literaturzeitung mit. „Neben Turnen hat mich vor allem Deutsch und Geschichte immer fasziniert“, erinnert sich der Waldviertler an den Startschuss. Nachdem es Hutter zum Studieren nach Wien verschlug, heuerte er bei der legendären Jugendzeitschrift Rennbahnexpress an. „Hat mir voll getaugt. Einerseits ging es um Jugendkultur, andererseits haben auch die Sportstars immer gerne mit dem Rennbahnexpress geredet, weil sie so an die junge Zielgruppe herangekommen sind“, ging es laut Hutter auch damals schon um Werbewerte. 

Vom Rennbahnexpress zum Sportmagazin

Unweit der Redaktion residierte damals auch das Sportmagazin. Der Kontakt zu den Kollegen aus dem Sport wurde beim Wirten hergestellt. „Speziell Sportjournalisten gönnten sich zu dieser Zeit sehr oft noch ein Feierabendbier“, schmunzelt Hutter. Einige Jahre arbeitete er parallel für Rennbahnexpress und Sportmagazin. Ab 1995 gehörte sein berufliches Herz vollends dem Sport. Ab 2007 leitete er das monatlich erscheinende Magazin bis zu seiner Einstellung mit Ende 2018. Am Ende hatte das Sportmagazin eine Verkaufsauflage von 4.679 Stück und erreichte damit rund 215.000 Leser. 

Dass die Styria Media Group das Sportmagazin nach 28 Jahren einstellt, schmerzte Hutter, zumal er nach wie vor davon überzeugt ist, dass so ein Produkt auch wirtschaftlich funktionieren könnte. „Natürlich eingebettet in eine 360-Grad-Online-Strategie“. Die Eigentümer hätten sich damals eben anders entschieden. „Muss man so akzeptieren.“ 

Sport in Österreich unterrepräsentiert

Über den gesellschaftlichen Wert von Sportjournalismus braucht man mit Fritz Hutter ohnehin nicht großartig streiten. Er sieht den Sport in Österreich unterrepräsentiert, würde sich wünschen, dass sich die Politik vermehrt des Themas annimmt und so eine tiefer greifende Sportkultur im Land verwurzelt.  

Hutter persönlich jedenfalls hat dem Sport sehr viel zu verdanken: „Alles, was mir im Leben Positives widerfahren ist, hat mit Sport zu tun. Beruflich sowieso, aber auch privat. Meine besten Freunde kommen vom Sport, meine Frau (Anm. Ex-Olympiaschwimmerin und nunmehrige Sportpsychologin Judith Draxler-Hutter) kommt aus dem Spitzensport.“ Jetzt will er dem Sport etwas zurückgeben. Sein jüngstes Projekt: Der Podcast „Am Sportplatz“.  In den ersten Folgen bat er unter anderen Jürgen Melzer, Marc Janko, Ivona Dadic oder Clemens Doppler vors Mikro und plauderte mit ihnen über ihre Karrieren, aber auch über den gesellschaftspolitischen Wert des Sports „Ohne kommerziellen Hintergedanken“, wie er betont. 

Ein Podcast für den Sport

Podcasts, also teils ausgiebige Audio-Beiträge, erleben zurzeit einen wahren Boom. Das wundert Hutter nicht. Er saß schon Sportgrößen wie Roger Federer, Rafael Nadal, Marcel Hirscher oder Valentino Rossi für Zeitungsinterviews gegenüber. Puncto Atmosphäre gelang es ihm nicht immer, alles ins Printprodukt zu transportieren: „Da entwickelten sich oft Gespräche voller Energie. Mit einem Podcast kann man das alles einfangen.“ Und für den Rezipienten wird vieles vereinfacht: „Ganz einfach: Hören ist nicht anstrengend für die Augen und geht praktisch überall nebenbei.“ 

Zusätzlich zu seinem Herzensprojekt „Am Sportplatz“ will Hutter bald wieder voll journalistisch einsteigen. „Ich halte mich quasi fit!“ Körperlich hält sich der Waldviertler vor allem auf dem Tennisplatz in Schuss. Seine 13-jährige Tochter spielt für den 1. SVg Gmünd Meisterschaft. Der staatlich geprüfte Tennislehrer betritt für Bisamberg nach wie vor wettkampfmäßig den Platz. 

Hier geht's zu den Podcasts:

https://podcasts.apple.com/at/podcast/am-sportplatz/id1496950635 

https://open.spotify.com/show/4DdIGTvljOm68z4iS2y58Z?si=YCcsSmWmQECGIpkciMZnjQ 

https://podcasts.google.com/?feed=aHR0cHM6Ly9mZWVkcy5zaW1wbGVjYXN0LmNvbS9xWGxGb0hyUQ%3D%3D 

https://am-sportplatz.simplecast.com/