Jeans passen wieder. Laufsport / Über Umwege fand Ex-Staatsmeister Ronald Smetacek zu neuen Zielen – gründete einen Laufverein und geht wieder zur Uni.

Erstellt am 04. Februar 2013 (23:06)
Von Petra Suchy

Was haben Ex-Berglaufstaatsmeister Alois Redl und Agrana-Betriebsleiter Josef Granner gemeinsam? Beide trainierten einst mit Ronald Smetacek für ihren ersten Marathon – der eine vor 21 Jahren für sein Debüt in Wien, der andere 2009 für die 42,2km im Big Apple.

Den ehemaligen Marathon-Staatsmeister aus Albrechts bewegten seine Lauf-Erlebnisse und Wegbegleiter – und nicht zuletzt seine Scheidung 2008 – zu einem drastischen Schritt: Er holte die Berufsreife nach, hängte seinen Job im Gerungser Herzkreislauf-Zentrum an den Nagel und inskribierte an der Universität Wien. Vor einer Woche ging der 43-jährige Sportwissenschafts-Student mit seinem neuen Laufverein „RC Runningcoach“ online, bietet nun gezieltes Lauftraining in Moorbad Harbach, Waidhofen und im Wiener Postsportzentrum an.

„Zuerst ein Ziel haben,  „Als Betreuer konnte ich nie offiziell arbeiten, weil mir die Ausbildung gefehlt hat“, erzählt Ronald Smetacek, der selbst jahrelang im Profi-Laufsport zu Hause gewesen war, aus familiären Gründen seine Ambitionen 2003 jedoch zurückgesteckt hat.Das Fulltime-Wettkampf-Training will er sich jetzt nicht mehr antun, setzt sich momentan nur kleine Etappenziele – den Waldviertel-Cup, die 10.000m-Meisterschaft auf der Straße und natürlich wieder den Gmünder Silvesterlauf. „Für mich zählt der Spaß am Training – dass die alten Jeans wieder passen, ist auch ein lässiges Gefühl.“Mit seinem Laufteam will er vor allem Trainingsgruppen aufbauen. „Tempotrainings sind in der Gruppe leichter, da hilft sich jeder gegenseitig, auch wenn die Niveaus nicht ganz zusammenpassen“, so Smetacek. Was rät der Running-Coach dem ambitionierten Läufer? „Zuerst muss man ein Ziel haben, dann konsequent an einem Plan arbeiten, es zu erreichen.“ Genauso wichtig: Regenerationsphasen einhalten, Stress reduzieren. Smetacek: „Man muss Laufen als Teil der Gesundheit begreifen, seine eigenen Grenzen akzeptieren. Zu großer Druck ist ein Gegner des Erfolgs.“