Triathlon: Eisenmann wurde nochmal härter

Erstellt am 15. Juni 2022 | 02:38
Lesezeit: 6 Min
Fordernder Triathlon um Litschau durch Baustellen am Radsplit nochmal schwieriger. Dazu große Hitze. Top-Bilanz der Veranstalter.
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Egal ob Schlussakkord oder weitere Strophe im Hit Waldviertler Eisenmann (siehe rechts) – die 15. Auflage des Triathlon-Klassikers rund um Litschau wurde bei hochsommerlichen Bedingungen zu einem vollen Erfolg.

Der Starterrückgang im Ausdauersport-Bereich machte sich aber auch hier bemerkbar: Nachdem 2019 erstmals die 400-Starter-Grenze unterschritten wurde, waren diesmal nur knapp über 200 Starter dabei.

Die Bilanz der Organisatoren vom Tri Team Chaos um Obmann Alexander Kolar fällt trotzdem positiv aus: „Wir sind sehr zufrieden. Das Feedback der Fahrer war sehr gut. Es gab keine Unfälle, alle Sportler sind gesund im Ziel. Das ist das wichtigste!“ Und gleichzeitig Bestätigung dafür, dass die baustellenbedingten Streckenänderungen auf der Radstrecke sicher gestaltet wurden – und noch fordernder als sonst. „Es war wahrscheinlich der härteste Eisenmann aller Zeiten“, sagt Kolar. „Besonders wegen des Radsplits. Die Topographie war anders, die Strecke war durch die Änderungen etwas länger und hatte mehr Höhenmeter.“

Auf 92 Kilometer und 1.600 Höhenmeter kam die Radstrecke letztlich – statt davor 84km und 1.100hm. Das verlangte den Triathleten bei der Hitze viel ab – fast alle der insgesamt acht Aufgaben passierten am Radsplit. Vergleichsweise angenehm war das Schwimmen im 21 Grad warmen Wasser des Herrensees zum Start. Die Laufrunde(n) um den Teich bildete das Finale.

Titelverteidiger als Sieger, Medaillen für Waldviertel

 Der große Sieger war wie 2019 Thomas Angerer. Der Salzburger musste nur im Schwimmen (1,9km) dem späteren Sechsten Roman Seigmann den Vortritt lassen, war am Rad und den vier Herrensee-Laufrunden (19,3km) eine Klasse für sich und holte sich in 4:42std klar den Sieg. Seine 2019er Siegeszeit von 4:17 verpasste er deutlich – was vor allem am längeren Radsplit lag.

Der Landesmeistertitel über die Mitteldistanz ging an den Gasterner Martin Leirer, der Gesamt-Fünfter wurde. Er holte sich das zweite Landesgold nach der Olympia-Distanz in Langau 2021. „Im Schwimmen habe ich mir als Vierter eine gute Ausgangsposition geschaffen, konnte am Rad noch nachlegen“, schildert er. „Im Lauf habe ich nur gelitten, wusste, dass ich die Zeit irgendwie ins Ziel bringen musste.“ Das gelang in 5:05. Vizelandesmeister als Gesamt-Achter wurde der LT-Gmünder Reinhard Winter in 5:17.

Drei Waldviertlerinnen unter den besten vier

Die Abwesenheit der Top-Triathletinnen blieben bei den Frauen die Top-Zeiten (Streckenrekord bei 4:35std aus 2018 von Beatrice Weiß) unangetastet. Dafür jubelte eine Waldviertlerin über den Sieg – und das im ersten Antreten. Die Zwettler Kosmopilotin Silvia Wührer finishte als einzige unter sechs Stunden (5:57std), gewann die Frauenwertung deutlich.

„Da es der letzte Eisenmann war, dachte ich mir, als Waldviertler Triathletin sollte man schon einmal dabei gewesen sein“, sagte Wührer, die einen Start-Ziel-Sieg feierte. „Damit hätte ich nie im Leben gerechnet.“ Schon das Schwimmen gelang ihr sehr gut, danach baute sie am Rad den Vorsprung weiter aus und brachte den Sieg mit der zweitbesten Laufzeit ins Ziel, fast eine Viertelstunde vor der Zweitplatzierten. Die kam mit der Windigsteigerin Anita Stocklasser (6:11) ebenfalls aus dem Waldviertel. Und auf Rang vier rundete die Oberwindhagerin Christina Lechner (6:33) das starke Abschneiden der heimischen Athletinnen ab.

Auch im Sprint stark

Weitere starke Vorstellungen der Waldviertler gab es wieder im Sprint. Der Sieg ging an den Klosterneuburger Moritz Hosnedl (1:11). Stärkster Waldviertler war der Kosmopilot Tomas Bednar als Siebenter (1:20), nur um wenige Hundertstel-Sekunden gefolgt vom LT-Gmünder Werner Zwölfer. Die LTU-Waidhofner Rudi Langsteiner und Bernd Höfinger schafften es ebenfalls in die Top-10. Die Sprint-Staffel gewann der LTU Waidhofen mit Herbert Grünstäudl und Christian Lamatsch (1:23).

Aufregung um Disqualifikationen

Der Radsplit sorgte am Ende noch einmal für Aufregung. Etwa 20 Athleten wurden zunächst disqualifiziert – darunter Silvia Wührer und Martin Leirer. Ihnen wurde ein kurzfristig eingeführtes Verbot der Verwendung des Aero-Lenkers (Aufleger in der Mitte des Lenkers für die Arme) bei der Wendestelle am Stadtplatz (wo Überholverbot herrscht) zum Verhängnis.

„Das wurde aus Sicherheitsgründen eingeführt, allerdings so kurzfristig, dass wir nur vor Ort darüber informieren konnten. Da wurden offenbar nicht alle Athleten erreicht“, schildert Kolar. Ausschlussgrund war meist der zu frühe Wechsel zurück auf den Aufleger. Anfangs blieb das Schiedsgericht trotz Protesten der Sportler hart. Als aber immer mehr Athleten ihre Disqualifikation beanstandeten, kam doch Bewegung in die Sache. Nach etwa eineinhalb Stunden kam die Entscheidung: Die Sportler blieben in der Wertung.

„Offenbar war die Verbotszone auch nicht genug ausgeschildert“, räumte Kolar ein. „Die Sportler haben die Regeln ohne böse Absicht verletzt, wären um die Früchte ihrer Arbeit gebracht worden. Der Ausgang des Rennens ist durch die Verstöße nicht beeinflusst worden, die Abstände waren im Ziel so groß… Und in puncto Sicherheit war es letztlich auch kein Thema. Zum Glück wurden die Disqualifikationen aufgehoben.“