Medaille als letztes Ziel für Stefan Fegerl. Das Waldviertler Tischtennis-Ass Stefan Fegerl (32) möchte seine erfolgreiche Karriere zum Abschluss mit einer Olympia-Medaille im Mixed-Doppel krönen.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 14. Juli 2021 (01:20)
Stefan Fegerl möchte seine Karriere mit einer Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio krönen. Dort tritt der 32-Jährige mit Sofia Polcanova im Mixed-Bewerb an.
ÖOC/Gepa Pictures

Stefan Fegerl, 32-jähriges Tischtennis-Ass aus Unterlembach reiste vorigen Freitag zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Der zweifache Europameister von 2015 (Doppel und Team) tritt dort mit Sofia Polcanova (26) im Mixed Doppel-Bewerb (24. bis 26. Juli) für Österreich an. Nach Olympia 2016, wo er in Rio de Janeiro im Einzel den Sprung ins Viertelfinale schaffte, sind es für den Waldviertler die zweiten, aber auch letzten Olympischen Spiele als aktiver Sportler.

Mit der NÖN sprach Stefan Fegerl nach seiner Ankunft in Japan über die Bedingungen vor Ort, die Medaillen-Chancen und die Tatsache, dass Olympia ohne Fans über die Bühne gehen muss.

Gut in Japan angekommen? Wie laufen nun die finalen Vorbereitungen ab, ehe die Olympischen Spiele starten?

Stefan Fegerl: Wir sind gut in Fuchu angekommen. Fuchu liegt eineinhalb Stunden von Tokio entfernt. Dort werden wir uns bis zum 19. Juli vorbereiten. Die Bedingungen sind sehr gut, wobei die hygienischen Maßnahmen strikt einzuhalten sind. Wir dürfen beziehungsweise können aus dem Hotel nicht raus, dürfen vom Zimmer nur in den Speisesaal gehen. Zum Training werden mit Extra-Bussen in die Halle gebracht. Aber auch dort finden wir optimale Bedingungen vor.

Sie treten im Mixed-Doppel-Bewerb mit Sofia Polcanova an. Wie sehen Sie die Medaillen-Chancen?

Fegerl: Dadurch, dass es nur 16 Paare zum Olympia-Turnier geschafft haben, sind wir sehr froh, dass wir überhaupt dabei sein dürfen. Bei der Setzliste werden wir wohl eine Setzung zwischen den Plätzen neun und sechzehn bekommen und daher wird auch viel von der Auslosung abhängen. Ich hoffe, dass wir China aus dem Weg gehen können, hoffentlich auch Japan. Bei einer guten Auslosung und guten eineinhalb Tagen denke ich schon, dass wir realistische Medaillen-Chancen haben.

Wie verlief für Sie die Verabschiedung in Österreich?

Fegerl: Ich war bei der Niederösterreich-Verabschiedung bei Landesrat Jochen Danninger dabei. Die haben das sehr schön und herzlich gemacht. Es ist natürlich ein Privileg und eine große Ehre für mich, bei so einer Abschiedsfeier dabei zu sein. Von daher ist das ein sehr berührender Moment. Noch dazu, wo Niederösterreich mein Heimat-Bundesland ist, das mich seit mittlerweile 20 Jahren unterstützt.

Fix ist mittlerweile, dass es in Tokio keine Zuschauer geben wird. Ihre Meinung dazu?

Fegerl: Wir werden vor komplett leeren Hallen spielen müssen, das schmerzt sehr. Tischtennis in Japan wäre natürlich eine mega, megagroße Sache, weil Tischtennis hier zu den bekanntesten Sportarten zählt. Von daher hätten wir sicher eine volle Halle gehabt. Wir haben uns jetzt aber vier, fünf Jahre darauf vorbereitet und daher sind die Athleten alle froh, dass sie überhaupt dabei sein dürfen, und dass die Olympischen Spiele stattfinden können.

Sie waren bereits 2016 bei Olympia in Rio de Janeiro dabei. Ihre zweiten Spiele werden auch Ihre letzten sein …

Fegerl: Ja – ich hab’s ja schon kommuniziert, dass ich meine Karriere beende. Bis zum 26. Juli bin ich aber noch aktiver Sportler. Denn da wäre das Finale im Mixed-Doppel. Ich werde alles dafür geben, um den Traum von einer Olympia-Medaille wahr werden zu lassen. Wir haben noch ein paar Tage Zeit, dass wir uns den letzten Feinschliff holen. Die Freude ist riesengroß, dass es endlich beginnt.

Danach geht’s für Sie ja in einer neuen Funktion weiter …

Fegerl: In meiner neuen Funktion als Vizepräsident Sport beim Österreichischen Tischtennisverband gibt es viele Konzepte, die ich mitgestalten, verbessern möchte. Die nächsten Tage liegt der Fokus aber noch ganz auf meiner Zeit als aktiver Tischtennis-Spieler. Ab 1. August bin ich dann Funktionär.