Erstellt am 18. Januar 2017, 03:12

von Maximilian Köpf

Alexandra Meixners: Der Traum von Amerika . Der Startschuss für Alexandra Meixners Jahres-Highlight fiel mit einem 24-Stunden-Leistungstest an der Uni Wien. Neben Training fordert vor allem die Planung.

Laktat, Blutdruck, Lungenvolumen, Gewicht – „Xandi“ Meixner wurde beim Leistungstest laufend überwacht.  |  privat

Andere würden sich so vielleicht auf ihre Hochzeit freuen, wie sie sich auf das härteste Radrennen der Welt, das Race Across America, freut, meint Alexandra Meixner im NÖN-Gespräch – freilich, weil sie ihren Walter Wegschaider schon vor zwei Jahren geheiratet hat. „Herzklopfen, feurige Erwartung. Ich fiebere darauf hin“, gewährt sie uns einen Einblick in ihre Gefühlswelt.

Nachdem die Gynäkologin aus Harmanschlag das RAAM im Vorjahr aus Zeitgründen ausfallen lassen musste, wird‘s heuer ernst. 4.800 Kilometer und 52.000 Höhenmeter wird „Xandi“ Meixner im Juni nonstop in zwölf Tagen auf dem Rad zurücklegen und dabei die USA von der Westküste zur Ostküste durchqueren.

Hervorragende Werte bei 24-Stunden-Test

Knapp 15 Stunden trainiert sie dafür momentan wöchentlich. Zu wenig. Spätestens ab März, wenn sie ihr Arbeitspensum runterschraubt, will bis 25 Stunden schaffen. Meixners körperliche Voraussetzungen sind aber jetzt schon hervorragend.

Zu diesem Schluss kam der von der Arbeit mit Christoph Strasser und Wolfgang Fasching RAAM-erfahrene Sportmediziner Helmuth Ocenasek schon bevor er alle Ergebnisse des Leistungstests, dem sich Meixner vergangene Woche in Form einer 24-Stunden-Ergometrie in der Uni Wien unterzog. „Das Gesamt-Ergebnis ist ausständig. Die bisherigen Teil-Ergebnisse, die ich weiß, sind aber hervorragend“, sagt Meixner, die erste Frau, die sich so einem Langzeit-Test unterzogen hat. „Bei meinem Trainingspensum war Ocenasek überrascht, dass ich so gut abgeschnitten habe.“

Nach dem Test am Institut für Sportwissenschaft der Uni Wien: Alexandra Meixner flankiert von den Testleitern Helmuth Ocenasek und Rochus Pokan (von links).  |  privat

Rund 700 Kilometer spulte Meixner in 24 Stunden auf dem Ergometer ab – Laktat und Blutdruck wurden stündlich gemessen, Herzultraschall gemacht, das Lungenvolumen gemessen und Gewichtsveränderungen festgehalten. „Ich hätte nie gedacht, dass es so kräfteraubend wird – auch mental. Ich hab mir gedacht: ‚Wenn ein Tag schon so anstrengend ist, wie werden dann zwölf Tage?‘ Das hat mich runtergehaut.“ Ganz vergleichen könne man es aber nicht: „Am Ergometer hast du dauernd die volle Belastung, kannst nicht rollen oder umschalten.“

„Xandis“ Stimmung in Hinblick auf das RAAM ist euphorisch. Nur der Schlafentzug, der sie schon beim halb so langen Race Around Austria fuchste, bereitet ihr etwas Sorgen. „Den kannst du nicht trainieren, nur das Ankämpfen gegen den Schweinehund beim Aufstehen“, so Meixner, die darum mit Ocenasek an Strategien arbeitet.

Planung sei das halbe Leben, heißt es – zumindest auf das RAAM trifft das wirklich zu. Teamchef Stefan Schrenk ist seit Monaten mit der Organisation beschäftigt. „Der organisatorische Aufwand ist viel größer, als ich dachte“, sagt Meixner. „Ich bin froh, dass mir Stefan und Walter so viel abnehmen.“ Ein Problem sei die Sponsoren-Akquise. „Wir hätten gerne ein Presseauto dabei“, sagt Meixner. „Ob wir das finanzieren können, ist aber noch nicht sicher.“ Pacecar und Wohnmobil seien hingegen schon organisiert.

In Amerika muss alles vorbereitet sein

Bis auf den Pressepart steht das Team. In regelmäßigen Treffen bespricht man sich, plant. Bald wird auch eine Moderatorin zugezogen, erzählt Meixner: „Teambuilding, Stärken und Schwächen herausarbeiten. Probleme müssen in der Vorbereitung beseitigt werden. In Amerika ist das kaum mehr möglich.“

Dann wieder Training. Sie solle das Krafttraining intensivieren, riet ihr Ocenasek. „Zurzeit gehe ich dafür wöchentlich schwimmen für die Oberkörper-Muskulatur und trainiere einmal mit den Sole Runners“, schildert Meixner. „Ich muss auf dem Ergometer mehr auf Kraft setzen.“ Und so geht‘s weiter, Kilometer für Kilometer näher zum Start in Oceanside…