Das Abenteuer geht los . Alexandra Meixner & Co treffen in Borrego Springs letzte Vorbereitungen für das härteste Radrennen der Welt. Keine Woche mehr bis zum Start in Oceanside.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 08. Juni 2017 (02:45)
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In der prallen Wüstensonne von Kalifornien absolviert „Xandi“ Meixner seit Dienstag letzte Testfahrten vor dem Start ins Race Across America.

Mit einer Vortragsreihe tingelte Alexandra Meixner in den vergangenen Wochen durch das Waldviertel. Neben ihrem Weltrekord ging’s darin um mentale Stärke und wie sie in allen Lebenslagen helfen kann. Wer jedoch am Abend des Pfingstmontag mit Meixner sprach, wäre womöglich nicht zwingend darauf gekommen, dass da eine Ultrasportlerin vor ihm steht, die mit ihrem Willen Berge versetzen kann, wie sie mehrmals unter Beweis gestellt hat.

„Ich hatte ein bisschen Muffensausen“, gesteht „Xandi“ Meixner. Im Abreisestress waren ihre Gedanken noch woanders. Aber als das Flugzeug in den USA aufsetzte und sie das Hotel in Borrego Springs (Kalifornien) bezog, da keimte ein minimaler Anflug von Zweifel auf. „Wie soll ich bei den Temperaturen mit dem Rad fahren? Schaff ich das?“, fragte sich Meixner mitten in der Wüste bei 40 Grad Celsius Außentemperatur. Das Muffensausen war im NÖN-Telefonat am Dienstag schon wieder verflogen. Sie lässt alles auf sich zukommen, betonte sie.

Genau auf diese Art und Wiese versetzte die ausdauernde Gynäkologin ihre Beobachter immer wieder ins Staunen. Eines ihrer Erfolgsrezepte. Die Mentalität. Beim Deca-Triathlon, beim Race Around Austria, beim Double-Deca-Triathlon und vorausslichtlich in den nächsten Tagen beim Race Across America.

Tests in der Wüste und Chillen am Pool

In nicht ganz einer Woche, am 13. Juni, startet das härteste Radrennen der Welt. Die Tage bis dahin verbringt Meixner mit Radfahren. In der kalifornischen Wüste. Um zu wissen, wie es bei solchen Bedingungen ist. Und um sich daran zu gewöhnen.

Vom Start in Oceanside geht’s etwa 140 Kilometer durch die Wüste. Danach wird‘s bergig, geht‘s über die Ausläufer der Sierra Nevada auf die Rocky Mountains mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Danach wird‘s wieder flacher, ehe auf dem letzten Teil vor dem Ziel in Annapolis (Maryland) noch die Appalachen zu bezwingen sind.

Zwischen den drei- bis vierstündigen Wüstentests jeden Tag will sich die Harmanschlagerin ausruhen, Jetlag verdauen, die Akkus aufladen. „Gott sei Dank gibt‘s beim Hotel einen Pool“, schmunzelt sie. Der Schlafmangel – nur zwei Stunden Schlaf pro Tag – werde die größte Challenge werden. „Davor habe ich mehr Respekt, als vor den 4.800 Kilometern.“ Darum setzte Meixner im letzten Monat vor dem Rennen, als für ihr Team um Stefan Schrenk und Walter Wegschaider die Arbeit noch ein mal richtig intensiv wurde, viel auf Erholung.

Nachdem ihr zweiter Leistungstest bei Sportmediziner Helmuth Ocenasek Ende April so positiv verlaufen war – Steigerungen von bis zu 30 Prozent bei einigen Parametern –, konnte sie das auch mit ruhigem Gewissen tun. „Normalerweise fahre ich zwar viel mit dem Rad, trainiere aber dabei nicht. Zwischen Jänner (erster Leistungstest; Anm) und April habe ich dreimal wöchentlich wirklich intensive Einheiten absolviert“, schildert Meixner. „Das hat mir immens viel gebracht.“

So viel, dass ihr Ocenasek im Gespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten sogar den Sieg in der Damenwertung zutraut. Daran will „Xandi“ Meixner gar nicht denken. „Ich bin noch nie irgendwo an den Start gegangen, um zu gewinnen.“ Im Ziel war sie dann aber trotzdem immer eine Siegerin.