Eine filmreife Runde. Der Vitiser Stefan Schrenk beendete das Ultrarennen um Irland von der Braveheart-Burg aus als Dritter und kam mit einer Menge an Eindrücken wieder heim.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 05. September 2018 (02:26)
Von seinem Team auf Händen getragen. Stefan Schrenk umringt von Norbert Fiedler, Wolfgang Ramharter, Evelyne Mosgöller, Alexander Newekla alias Vienzenz, der wieder mitfilmte, Christiana Vogl-Jank, Elvira Jank, Werner Vogl und Cheftechniker Franz Jank (von links).
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110 Stunden und 24 Minuten. So lange brauchte Stefan Schrenk für das 2.200km lange Race Around Ireland. Das ist nicht nur eine ihn zufriedenstellende Zeit, sondern damit schnappte sich der Vitiser auch noch den dritten Gesamtrang.

„Absolut top! Ich bin total happy“, bilanzierte Schrenk im NÖN-Gespräch am Montag – gerade am Weg nach Wien zu einem Vortrag von Ultrabike-Star Christoph Strasser, der übrigens die RAI-Rekordzeit hält. An dessen Fabelzeit von 93 Stunden kam Schrenk nicht ran. Flott fahren, wenig schlafen – das war dennoch das Motto des Stiegen- & Türenproduzenten auf der Grünen Insel. Das Konzept ging voll auf.

Ab dem Start bei der Braveheart-Burg Trim Castle kam Schrenk gut durch die ersten Nächte. Die vierte Nacht sollte jedoch zur Challenge werden. „Powernaps haben nicht mehr gereicht. Ich hab‘ mich überhaupt nicht erfangen“, schildert er. „Das Team hat alles versucht, aber im Endeffekt musste ich mich dann eineinhalb, zwei Stunden hinlegen.“ Eben jene Nacht war es, die Schrenk über die 110-Stunden-Grenze rutschen ließ. Kein Drama. „Ich habe mir hohe Ziele gesteckt. Das hat sehr gut geklappt“, sagt er. „Das RAI ist ein cooles Rennen.“

Die Strecke bildet einen Querschnitt durch die Landschaften. „Es war sehr abwechslungsreich“, erzählt Schrenk. „Teils richtig bizarr. Besonders in der Nacht, wenn du durch die verwachsenen Alleen fährst. Du bist ohnehin schläfrig, hast einen Tunnelblick. Dann fährst du noch durch eine Art Tunnel… Du weißt schon, dass da keine Tiere sind, aber es wirkt durch die Lichtstimmung so.“ Er habe einen guten Eindruck vom Land bekommen. „Schade nur, dass ich meist am Tag auf Hauptstraßen unterwegs war und in der Nacht in die Naturparks gekommen bin. Aber das war ja meine Zeiteinteilung“, schmunzelt er.

Die Einteilung lief aber sehr gut. Zu kämpfen hatte er nur mit zwei Aspekten. Einerseits den Straßen in Irland. „Wir sind viel auf Nebenstraßen gefahren. Das war brutal. Dort gibt es Schlaglöcher, die findest du bei uns nicht einmal auf Feldwegen. Durch die Vibrationen haben meine Hand- und Fußballen zu schmerzen begonnen haben.“

Folgt nach Irland jetzt die Island-Umrundung?

Zweiter Gegner war der Wind, der Schrenk, wie befürchtet, lange Zeit entgegen blies. „Du rechnest eh damit, weil es einfach zum RAI dazu gehört. Aber es ist natürlich ermüdend. Mit viel gutem Zureden vom Betreuerteam hat es aber sehr gut geklappt“, sagt der 38-Jährige, der seinem achtköpfigen Team Rosen streut. „Die Stimmung war einmalig. Die Bauchmuskeln tun mir nach dem Rennen am meisten weh. Vom vielen Lachen. Der Schmäh ist g‘rennt!“

Und das soll er auch weiterhin. Heuer steht nach dem Highlight Irland nur mehr gemütliches Ausradeln auf dem Programm. Schrenk tüftelt aber bereits am nächsten Projekt. Er hat wieder eine Inselumrundung ins Auge gefasst, Island soll‘s sein.