Hörmannser Schlingel-Amazonen siegten wieder

Die Schlingel-Amazonen räumten bei der Weltmeisterschaft auf Ibiza sowohl im Team als auch im Einzel ab.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 09:52
Schlingel Amazonen Hörmanns
Die Schlingel-Amazonen räumten schon wieder bei der Weltmeisterschaft ab: Herta Vogler, Irmi Polzer, Daniela Aster und Myriam Urtz.
Foto: privat

Ursprünglich wurde mit der Hirtenschlinge gejagt, zuweilen auch Kriege geführt, auch David soll einst Goliath mit dieser Waffe niedergestreckt haben. Heute wird die Schlinge, in die ein Stein eingelegt wird, der dann geschleudert wird, hauptsächlich aus sportlichen Gründen verwendet.

Und bei der Weltmeisterschaft auf den Balearen, wo diese traditionelle des Steinschleuderns seit vielen Jahrhunderten praktiziert wird, haben wie schon im Vorjahr die „Schlingel-Amazonen“ aus Hörmanns bei Weitra groß abgeräumt.

Sieben Pokale mit ins Waldviertel gebracht

Da die heurige WM auf Ibiza kleiner war als jene im Vorjahr auf Mallorca, gab es keine Trennung von Nationalen und Internationalen Spielern. Dennoch holten Herta Vogler, Irmi Polzer, Daniela Aster und Myriam Urtz sieben Pokale: einmal Silber im Team, zudem einmal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze in den Einzelbewerben Steine und Tennisbälle.

Beim Schlingeln wird auf eine Zielscheibe aus Stoff mit 1x1 Meter Größe in 20 bzw. 30 Meter Entfernung (je nachgeschossen – in deren Mitte ist eine Metallscheibe befestigt, die zwei Punkte bringt, wenn man sie trifft, ein Treffer auf das Tuch selbst bringt einen Punkt. In jedem der zehn Durchgänge hat man fünf Würfe.

Auf freiem Feld wurde mit Steinen – oder hart gebrannten Keramikgeschossen – geschleudert. „Die keramischen Geschosse haben den Vorteil, dass man den Ton abwiegen und alle Geschosse gleich schwer machen kann“, erklärt Myriam Urtz, Mit-Initiatorin der Schlingel-Amazonen. „Den letzten Schleudertag hat es uns leider verregnet. Wir sind in eine Bogenschusshalle ausgewichen, wo natürlich nur Tennisbälle erlaubt waren.“ Auf Ibiza wurde geschlechterspezifisch in zwei Distanzen geworfen.

Training vor der Stadelwand

Das Schlingel-Team der Männer, das Gold gewann bestand heuer aus Christian Sam und Gerhard Stüttler, die sich Spieler aus anderen Ländern hinzu holten. Sam war es, der vor einigen Jahren Myriam Urtz den Floh von der Gründung eines Schlingel-Frauenteams ins Ohr gesetzt hat.

Urtz ist seit 30 Jahren Spezialistin für Lehmofenbau und Keramikerin in der Töpferhütte auf dem Keltenfest in Schwarzenbach in der Buckligen Welt – wo sie Sam, der auf diversen Römer- und Keltenfesten, Vorträge hält und Workshops anbietet, kennengelernt hat.

Das Hauptteam der Schlingel-Amazonen“ konzentriert sich seither auf Hörmanns bei Weitra. Dort sind Herta Vogler, Irmi Polzer, Daniela Aster und Myriam Urtz zu Hause. Seitdem trainieren die Damen hinten auf Voglers Wiese – mit dem Tuch an der Stadelwand.