Ein historischer Schach-Zug. Litschau/Eisgarn ist als erster Bezirksklub Tabellenführer in der Landesliga. Folgt der ganz große Coup? Jetzt will man Meister werden – und Geld für die Bundesliga auftreiben.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 06. Februar 2019 (00:31)
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Die Litschauer Landesligisten klopfen an der Tür zur Bundesliga. Am Bild: Nikolaus Prinz, Jiri Plasil, Stefan Wagner, Pavel Ptacnik, Roman Nemecek, Patrick Schuh, Kurt Goigitzer, Jurij Khalakhan & Georg Hauer.

Ein Erfolg historischen Ausmaßes zeichnet sich gerade in der Schach-Landesliga ab. In der Vorwoche erklomm die SG Litschau/Eisgarn mit dem Sieg über Krems die Tabellenführung (die NÖN berichtete). Das war bis dahin keinem Schachklub aus dem Bezirk gelungen.

„Ein überraschender, aber natürlich großartiger Erfolg für die Spieler und mich“, sagt Franz Modliba, Obmann des SK Litschau und NÖ Verbandspräsident (seit 1992). „Man darf nicht vergessen, dass wir ja mit einer halben Jugendmannschaft spielen.“ Neben dem Eisgarner Patrick Schuh sitzen auch Jakob Peer aus Gmünd und Thomas Bauer aus Gars an den Litschauer Landesligabrettern. Frontmann ist der steirische Jugendstaatsmeister Jurij Khalakhan. Abgerundet wird das Team durch Stefan Wagner, den erfolgreichsten Spieler, den der Verein bisher hervorgebracht hat, und Spieler des Klubs Jindřichův Hradec. „Sie sind bereits seit dem Fall des Eisernen Vorhangs fixer Bestandteil unsere Klubs“, betont Modliba.

Wagner spielte schon mit Zwettl Bundesliga

Das Spiel der Könige hat in Litschau eine lange Tradition. Modliba unterrichtet seit 1977 Schach als unverbindliche Übung an der Hauptschule (heute NMS) Litschau. 1981 hat er mit Schachfreunden den SK Litschau gegründet, seit 2002 gibt‘s eine Spielgemeinschaft mit dem SK Eisgarn. Darin sind heute 28 Spieler (23 für Litschau, 5 für Eisgarn) vereint, dazu 15 Kids in der Schülergruppe.

Die Liste der Erfolge ist lang. Unter anderem ist man vierfacher Waldviertel-Meister und zwölffacher Waldviertel-Cupsieger (Rekord!). Dazu kommen zahlreiche Erfolge im Jugendbereich, der Modliba seit jeher ein besonderes Anliegen ist.

Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war der Aufstieg in die Landesliga vor fünf Jahren. Jetzt hat man sich auch dort an die Spitze gearbeitet. Bis zum Finale in Eisgarn am 7. April sind noch drei Runden zu spielen. „Wir wollen Meister werden“, sagt Modliba.

Damit hätte das Waldviertel nach dem SK Zwettl, der bis 2015 (mit Stefan Wagner) in der 2. Bundesliga Ost spielte, wieder die Chance einen Bundesligisten zu stellen. Wird man diese annehmen? Eine klare Antwort darauf kann Modliba noch nicht geben. „Das Budget müsste wegen der höheren Nächtigungskosten wachsen. Die Runden werden ja alle in Wien gespielt. Wenn uns das gelingt, stünde einem Aufstieg nichts im Wege“, sagt er. „Aus sportlicher Sicht möchten die Spieler natürlich ohnehin aufsteigen.“