Fegerl brachte Trendwende für seinen Klub. Nach Fehlstart gegen Neu-Ulm brachte Stefan Fegerl Bergneustadt auf Siegerstraße. Im Lockdown bei Familie daheim.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 18. November 2020 (02:23)
Weiterhin in Top-Form spielt der Unterlembacher Stefan Fegerl. Jetzt ist aber einmal eine Woche Matchpause daheim angesagt.
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Bergneustadt mit Stefan Fegerl bleibt in der Deutschen Bundesliga das Team der Stunde. „Ich bin wirklich sehr glücklich, wie es mit dem neuen Verein läuft“, sagt der Unterlembacher. „Ich wurde hier sehr gut aufgenommen und sportlich könnte es kaum besser laufen.“ Erst am Sonntag setzten die Nordrhein-Westfalen, für die er seit Sommer spielt, ein Ausrufezeichen und schlugen Neu-Ulm mit 3:1.

Fegerl brachte Trendwende

Bei den Schwaben, die erst voriges Jahr praktisch aus dem Nichts direkt in die Bundesliga eingestiegen sind, gab der ehemalige chinesische Nationalspieler Hao Shuai sein Debüt. „Auch sonst sind deren Spieler von der Papierform über uns zu stellen“, sagt Fegerl. „Aber wir haben wirklich sehr gut gespielt, verdient gewonnen.“ Nachdem Benedikt Duda zum Auftakt eben gegen den Shuai unterlag, drehte Fegerl richtig auf.

Mit viel Risiko schlug er den Franzosen Emmanuel Lebesson (2016 Einzel-Europameister, damals schlug er Fegerl im Viertelfinale; bei der Team-WM in Halmstad blieb Fegerl Sieger) mit 3:2. „Das war ein sehr wichtiger Sieg. Sonst wären wir 0:2 hinten gelegen und Neu-Ulm hätte den Sack wohl zugemacht.“ So aber schlugen Alvaro Robles Tiago Apolonia und Duda Lebesson.

Harter Kampf um Play-offs

Damit zog der Fegerl-Klub mit Neu-Ulm gleich. Der Kurs in Richtung Play-offs stimmt. Fegerl warnt aber: „Wir stehen gut da, aber es wird noch ein harter Kampf. Einige Play-off-Anwärter kommen jetzt erst in Form.“ Zudem ist die Tabelle aufgrund einiger Verschiebungen nicht sehr aussagekräftig.

„Übersteigt die Sieben-Tage-Inzidenz 50, darf in einigen Bundesländern nicht mehr gespielt werden“, erklärt Fegerl. Zum Vergleich: Im Bezirk Gmünd liegt dieser Wert aktuell knapp unter 500, im Waldviertel nur im Bezirk Horn knapp unter 250. „Der Schutz der Sportler ist wichtig, darum bin ich froh, dass wir keinem Risiko ausgesetzt werden“, sagt Fegerl. „Daher ist gut, dass wir schon so viel spielen konnten, noch dazu so erfolgreich.“

Vier Spiele sind heuer noch zu bewältigen, dann ist Saisonhalbzeit. Ins neue Jahr starten Fegerl & Co. dann traditionell mit dem Pokal-Final-Four am Dreikönigstag. „Das erste Mal in der Klubgeschichte ist Bergneustadt im Final Four, das ist ein wirklich toller Erfolg“, betont Fegerl.

Wieder Schule mit Sohnemann

Der ist übrigens recht froh, dass am kommenden Wochenende kein Spiel angesetzt ist. „Damit kann ich mich voll auf meine Familie konzentrieren“, sagt er.

Aufgrund des Lockdowns seit Dienstag ist für Sohnemann Louis (7), der die zweite Klasse Volksschule besucht, nämlich wieder Home Schooling angesagt. Lias (2) ist ohnehin noch daheim. „Mit den beiden Burschen daheim ist meine Frau ganz schön gefordert“, erzählt Fegerl.

Seiner Li Qiangbing kann er aber jetzt zumindest für diese Woche verstärkt unter die Arme greifen. „Das Training läuft weiter, aber ich muss nicht nach Deutschland, was vieles einfacher macht“, schildert Fegerl.

Unterstützungen bleiben

Im privaten Bereich sorgt die Corona-Pandemie derzeit für die größten Auswirkungen. Aus sportlicher Sicht gebe es, so Fegerl, kaum Beeinträchtigungen. „Ich bin froh, dass es so weitergeht“, sagt Fegerl, der im Frühjahr mehrere Monate weder spielen noch trainieren konnte.

Internationale Turniere gibt es aber immer noch keine. „Da bin ich sehr glücklich, dass die Sporthilfe und das Sportland NÖ schon jetzt ihre Unterstützung für 2021 zugesagt haben. Das sind zwei essenziell wichtige Einrichtung für die Spitzensportler. Für mich ist auch wichtig, dass die Kooperation mit dem Autohaus Waldviertel und Butterfly aufrecht bleiben. Da kann man nur Danke sagen.“