Trotz frühem Out von Stefan Fegerl: Olympia ist nah . Pleitenturnier German Open für Stefan Fegerl doch Gold wert. Olympia-Ticket für Mixed-Turnier kaum noch zu nehmen.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 05. Februar 2020 (00:48)
Stefan Fegerl hat trotzdurchwachsenen Wochen Olympia 2020 im Visier.
Karl Stöger

Erst die historische Pleite bei der Olympia-Quali, dann das Erstrunden-Aus im Einzel und die verletzungsbedingte Aufgabe im Mixed bei den German Open – die vergangenen Wochen waren nicht die besten im Leben des Stefan Fegerl. Und doch ist dort, wo viel Schatten ist, auch viel Licht. Das Olympia-Ticket im Mixed-Doppel haben er und Sofia Polcanova nämlich trotz Aufgabe praktisch in der Tasche.

„Ich war krank, bin in Deutschland nur angetreten, damit wir im Mixed keine Punkte verlieren“, erzählt Fegerl. Zudem brach bei Polcanova eine Knieverletzung wieder auf. So musste sich das ÖTTV-Duo gegen die Spanier Robles/Xiao bereits in der ersten Runde knapp geschlagen geben (2:3). Trotzdem zahlte sich das Risiko aus.

 „Damit wir die Quali noch verpassen, müsste bei den Katar Open schon eine riesengroße Überraschung passieren.“ Stefan Fegerl sieht Sofia Polcanova und ihn gut gerüstet

 Da einander im Finale nämlich die bereits für Olympia qualifizierten Paare aus China Xu Xin/Liu Shiwen und Japan Jun Mizutani/Ito Mima gegenüber standen, fielen die beiden in Magdeburg auszuspielenden Startplätze wieder auf die Weltrangliste zurück.

Entscheidung im April

Und dort sind Fegerl/Polcanova absolut auf Olympia-Kurs. Sie liegen derzeit auf Rang neun. Da bei den Spielen aber nur je ein Paar pro Nation antreten darf, fallen je eines aus Japan und Hongkong aus der Liste. Dazu hat das koreanische Mixed (derzeit Sechste) die Zusammenarbeit beendet. Damit rücken Fegerl/Polcanova in der für Olympia bereinigten Wertung auf Rang sechs auf.

„Unser erstes Ziel haben wir also praktisch geschafft“, freut sich der Unterlembacher. „Damit wir die Quali noch verpassen, müsste in Katar schon eine riesengroße Überraschung passieren.“

Nämlich zwei sehr weit hinten gereihte Paare ins Finale der traditionell top besetzten Katar Open kommen, wo von 3. bis 8. März wieder zwei Startplätze vergeben werden würden. Ebenso wenig ist bei den Japan Open (21.–26. April) mit einer derartigen Überraschung zu rechnen. Nach diesem Turnier ist das Teilnehmerfeld für das Mixed-Turnier bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio (24. Juli bis 9. August) dann fix.

Einzel und Team verpasst

Das wird allerdings wohl die einzige Möglichkeit für eine Teilnahme in Japan sein. „Die Nominierung dafür ist erst im April, bis dahin sind noch einige Turniere, bei denen viel passieren kann, aber trotzdem schätze ich meine Chancen, dass ich am Olympischen Einzel teilnehmen kann, eher gering ein“, sagt Fegerl, der nach der Pleite im Qualiturnier gegen Serbien auch mit dem Nationalteam nicht dabei sein wird. „In so einem Turnier musst du in voller Stärke antreten. Ohne Danny (Habesohn, war krank; Anm.) waren wir leider von Anfang an vom Pech verfolgt. Dann kommt so eine Katastrophe zustande.“

Bei den German Open eine Woche später hatte es dann Fegerl selbst erwischt. Mit Fieber und Erbrechen angereist, verlor er in der Vorrunde gegen den Südkoreaner Park Ganghyeon klar mit 0:4.

Wichtiges Spiel mit Ochsenhausen

Gut, dass es jetzt etwas Zeit zum Auskurieren gibt. Von Magdeburg ging‘s direkt heim nach Wien. Erst nächsten Mittwoch geht‘s nach Ochsenhausen zur Vorbereitung auf das wichtige Bundesligaspiel gegen Bergneustadt (16. Februar). „Gewinnen wir dort, ist das Play-off praktisch fix“, erklärt Fegerl. „Dann müssen wir bei Ochsenhausen nicht mehr immer mit dem vollen Aufgebot spielen, kann ich meinen Fokus noch mehr auf die Einzel-Saison legen.“ Das nächste Turnier steht bereits vor der Tür: die Ungarn Open.