Zwangspause für Stefan Fegerl. Nervenreizung samt Taubheitsgefühl im Unterarm bringt dem Unterlembacher Tischtennis-Profi eine mehrwöchige Pause ein.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 03. März 2021 (03:41)
Stefan Fegerl hat mit Bergneustadt die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Tobias Höfinger

Eigentlich hätte Stefan Fegerl nach der vorwöchigen Partie mit Bergneustadt in der Deutschen Bundesliga gegen Grenzau in das Flugzeug hüpfen sollen, um rechtzeitig bei den Katar Open, dem ersten internationalen Tischtennis-Turnier seit fast einem Jahr , aufzuschlagen. Hätte. Denn der Unterlembacher muss verletzungsbedingt ein paar Wochen pausieren.

Bei Fegerl wurde eine Nervenreizung in der Schlaghand diagnostiziert. „Außerdem sind der Muskel und auch die Sehnen in Mitleidenschaft gezogen“, schildert er nach einer MR-Untersuchung vorige Woche. „Positiv ist, dass es nicht wie erst befürchtet zwischen Schulter und Wirbelsäule ist. So ist es etwas leichter behandelbar. Die gesamte Geschichte ist natürlich nicht positiv. Das ist meine erste ernstere Verletzung überhaupt. Aber es ist eben behandelbar.“

„Ich konnte nicht abschätzen, wo der Ball bei der Rückhand hingeht. Das ist beim Tischtennis, wo es um Millimeter geht, fatal.“ Stefan Fegerl

Geäußert habe sich das Problem schon in den vergangenen Wochen. „Ich konnte nicht so spielen, wie ich wollte, hatte kein gutes Ballgefühl bei der Rückhand, ein Taubheitsgefühl“, erklärt Fegerl. „Ich konnte nicht abschätzen, wo der Ball hingeht, habe auch mal 30 Zentimeter danebengehaut. Das ist bei einer Sportart wie Tischtennis, bei der es um Millimeter geht, natürlich fatal.“

Für alle daneben gegangenen Vorstellungen in der Rückrunde sei die Verletzung zwar nicht verantwortlich („In Grünwettersbach, als wir das erste Doppel verloren haben, war ich noch gut drauf. Das wäre das entscheidende Spiel gewesen.“), in weiterer Folge beeinträchtigte die Nervenreizung den 31-Jährigen aber immer mehr. Zuletzt kam er deshalb bei Bergneustadt auch gar nicht mehr zum Einsatz. „Dass wir das Play-off verpasst haben, ist schade. Das wäre möglich gewesen. Aber mit dem Einzug ins Cup-Final-Four haben wir ein Saisonziel erreicht“, so Fegerl, für den die Saison wohl früher vorbei ist – ein Einsatz im letzten Saisonspiel gegen Ochsenhausen am 21. März ist aus jetziger Sicht nicht geplant.

„Ich muss mich wirklich schonen, die Verletzung ordentlich auskurieren, das habe ich jetzt eh 20 Jahre nicht gemacht“, sagt Fegerl. „Die Ärzte meinten, es ist sogar möglich, dass sich das von alleine regeneriert. Ich werde zusätzlich noch ein MR nur vom Unterarm machen lassen, damit man die Stelle genau sieht. Geplant habe ich jetzt einmal 3-4 Wochen Pause, werde 4-5-mal pro Woche zum Physiotherapeuten schauen, der den Unterarm mit Massagen auflockern soll. Dann schauen wir, wie es sich entwickelt.“

Zuversichtlich für Olympia

Vorteil sei, dass in näherer Zukunft keine wichtigen sportlichen Termine anstehen. „Es ist nichts Großes. Da kann ich mich auf meine Heilung konzentrieren und auch mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.“

Für die Olympischen Spiele in Tokio ab 23. Juli ist Fegerl guter Dinge. Einsteigen will er freilich schon früher. Die Europameisterschaft in Polen Ende Juni hat er fix eingeplant, davor fasst er womöglich auch schon die China Open Mitte Mai ins Auge.

Dass er die Katar Open verpasst, stört Fegerl aber dann trotz aller Vorfreude auf Turniere gar nicht so sehr. Einerseits musste sich Mixed-Doppel-Partnerin Sofia Polcanova nach der Hüft-Operation im Vorjahr jetzt einer Knie-OP unterziehen, wäre ohnehin ausgefallen. Andererseits plagen das erste Turnier unter Covid-Auflagen noch etliche „Kinder-Krankheiten“. Fegerl: „Vielleicht ist es also gar nicht so schlecht, dass ich bei den ersten Turnieren nicht dabei bin, bis alles rund läuft.“