40 Jahre Tischtennisclub: Die Botschafter von Dietmanns

Erstellt am 22. Juni 2022 | 03:38
Lesezeit: 4 Min
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Bei der Jubiläumsfeier wurden Sportler und Funktionäre geehrt: Gerhard Gruber, Martin Fegerl, Otto Schimany, Gerhard Ableidinger, Otmar Maier, Hubert Kickl, Alexander Maier (hi.), Gerhard Halmenschlager, Rudolf Schwingenschlögl, Judith Koller und Thomas Weinberger (vo.). Dazu gratulierten Andreas Weidenauer (NÖTTV) , Bürgermeister Erhard Weißenböck und Ehrenobmann Franz Zimmel.
Foto: Köpf
Der TTC Großdietmanns feierte sein 40-Jahr-Jubiläum mit einer großen Festsitzung – und vielen Anekdoten.
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Alles begann in einer Dusche. Als 1981 Tischtennis in Großdietmanns unter Federführung von Franz Zimmel immer mehr zur Trendsportart wurde, lenkte irgendwann auch der damals noch für Volksschulen zuständige Landesschulrat ein und ließ die Sportler zum Trainieren in den Turnsaal der örtlichgen Volksschule. Als Lager für die beiden Tischtennis-Tische und als erstes inoffizielles Vereinskammerl hielt ein von den Schülern nie benutzter Duschraum neben der Garderobe her.

„Der Beginn war holprig. Die Schule hatte große Ressentiments, á la ‚Wenn etwas passiert…‘ Aber Franz (Zimmel; Anm.) war sehr stark dahinter. Ich habe mich in der Schule für ihn stark gemacht, habe die Sportart auch für wichtig erachtet“, erklärte Herbert Selig, damals Volksschullehrer in Dietmanns, später VS-Direktor und Mitbegründer des TTC Großdietmanns am 8. April 1982.

Etwas mehr als 40 Jahre später erzählte Selig am Freitag im Gasthaus zum Zacky diese Anekdote aus der Anfangszeit des Tischtennis-Sports in Dietmanns – dorthin hatte der TTC zur Jubiläumsfeier geladen. Aus der Handvoll Gründungsmitglieder ist heute ein bummvoller Wirtshaus-Saal geworden.

„Das konnte damals niemand wissen“, sagte Franz Zimmel, Gründungsobmann und Ehrenobmann des TTC. „Ich habe einfach wahnsinnig gern Tischtennis gespielt, wollte deshalb einen Verein gründen. Wir waren damals ein kleiner Haufen. Dass etwas so gut funktioniert, dafür braucht man aber auch tolle Mitstreiter. Und die hatten wir im Verein immer!“

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Die TTC-Gründer: Herbert Selig, Ernst Mairinger, Franz Zimmel, Otmar Maier und Rudolf Schwingenschlögl (am Bild mit Bürgermeister Erhart Weißenböck; v.r.).
Foto: Köpf

16 Jahre führte Zimmel den Verein, ihm folgte Rudolf Schwingenschlögl, der heute noch Obmann ist. „Der Verein hat sich großartig entwickelt“, erzählte er bei der Jubiläumsfeier. „Wir haben von der 3. Klasse bis zur Landesliga gespielt, vom Schüler bis zum Europameister haben für uns gespielt.“ Insgesamt kamen über die Jahre 71 Meistertitel zusammen, der erste gleich in der Auftaktsaison 1982/83 in der 3. Klasse Nord.

Der Dorfklub brachte auch einige Top-Einzelspieler heraus. Allem voran steht freilich Stefan Fegerl, einer der besten Tischtennis-Spieler Österreichs, Deutschland-Legionär, zweifacher Europameister 2015, mittlerweile im ÖTTV-Präsidium tätig – er lernte beim TTC das Tischtennis Spielen, zog dann mit 13 in die weite Welt. In seiner Funktion als ÖTTV-Vizepräsident überbrachte der Unterlembacher seinem Heimatklub Glückwünsche – aufgrund einer wichtigen Sitzung per Video-Botschaft: „Leider kann ich nicht bei euch sein. Ohne den TTC wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Ein besonderes Danke an Franz Zimmel, Otmar Maier und Rudi Schwingenschlögl, die mich von Anfang an sehr gefördert haben!“

Mit Willi Fuchs und aktuell Fabian Fritz brachten die Dietmannser noch weitere Bundesliga-Spieler hervor. „Hätten wir nicht alle Top-Spieler hergegeben, würde heute Dietmanns in der Bundesliga spielen“, scherzte Schwingenschlögl.

Die Zusammenarbeit mit der Volksschule wurde über die Jahre leichter. 1991 wurde der Turnsaal schon um eine „Lehrergarderobe“ (Klubraum) erweitert. Und als in den 1990ern die Hoheit über die Volksschulen an die Gemeinden ging, entspannte sich das Verhältnis vollends. Heute ist der TTC aus dem mittlerweile voll an die Bedürfnisse des Klubs angepassten VS-Turnsaal („Ein Meilenstein“, so Schwingenschlögl) nicht mehr wegzudenken.

„Vor 40 Jahren ist etwas Besonderes passiert“, verpackte Bürgermeister Erhart Weißenböck seine Glückwünsche – als Geschenk gab‘s einen freien Wunsch an ihn, von dem er den Gemeinderat überzeugen wolle. „Ihr seid ein Markenzeichen der Gemeinde, als Botschafter im ganzen Land unterwegs!“