Jeder Tag ist historisch. Den Weltrekord hat Alexandra Meixner schon seit Donnerstag geknackt. Jetzt will sie den Double-Deca-Triathlon knacken – mit Lockerheit und Demut.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 30. August 2016 (16:34)
Das ist er, der Weltrekord! Vergangenen Donnerstag finishte Alexandra Meixner als erste Frau den zwölften Ironman am zwölften Tag. Seither schraubt sie die Bestmarke weiter nach oben.
NOEN, privat

Tag für Tag ein Stück Geschichte schreibt aktuell Alexandra Meixner beim Double-Deca-Triathlon in Buchs (Schweiz). Die Weltrekord-Marke von zwölf Ironman-Distanzen an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen hat die Gynäkologin aus Harmanschlag schon am vergangenen Donnerstag überschritten (NÖN.at berichtete). Die bisherige Rekordhalterin, die Dänin Thea Storm Henriksen, hatte elf geschafft.

Danach hat sie sich vorgenommen, das Double-Deca-Abenteuer solange weiter zu bestreiten, wie es geht. „Ich nehme Tag für Tag, überanstrenge mich nicht mehr“, sagte sie. Vier weitere Tage folgten seither. Den Weltrekord hat sie damit schon auf 16 Ironman-Distanzen geschraubt – und geht es nach Meixner, wird er am Freitagabend bei 20 stehen. Dann hätte sie auch den Ultra-Triathlon gefinisht.

Gesundheitliche Hürden

Am Dienstag startete sie – dank verbessertem Heimfahrmanagement am Montagabend samt einer halben Stunde mehr Schlaf ein bisschen besser ausgerastet – in den 17. Ironman (Zieleinlauf nach Redaktionsschluss). Mit Meixner ist nur mehr der Engländer David im Rennen – alle übrigen sechs Starter (inklusive Walter Wegschaider) mussten bereits w.o. geben. Auch die Harmanschlagerin war knapp davor, blendete im Hinblick auf den nahenden Weltrekord aber Grippe, Husten, Halsschmerzen und Unterschenkelprobleme aus.

Immer wieder überwinden muss sich „Xandi“ Meixner in Buchs, das schafft sie vor allem mit Demut.
NOEN

Mit dem Weltrekord in der Tasche ging‘s mit der Euphorie wieder bergauf. Nur der linke Unterschenkel macht weiterhin Probleme, sodass sie Sonntagfrüh zum Schwimmbecken hinkte. Nach einer Reikibehandlung und der Begleitung von Stefan Schrenk, der überraschend in der Schweiz vorbeischaute, ging der Radabschnitt ohne große Probleme vorüber.

"Hallo Mutti! Liege schon in der Badewanne"

Ein Eintrag in den Sportgeschichtsbüchern ist „Xandi“ Meixner sicher. Begangen hat sie den Weltrekord mit einem Schlückchen Sekt (dem ersten Tropfen Alkohol seit zehn Jahren) und vor allem mit großer Demut, wie Mama Barbara, die daheim in Weitra mitfiebert, der NÖN verriet: „Sie hat mir eine SMS geschrieben: ‚Hallo Mutti! Liege schon in der Badewanne. Hab den Weltrekord gepackt und verspüre wahnsinnig viel Demut. Es ist nicht selbstverständlich, mit so einem Körper gesegnet zu sein.‘ Trotz dieser überirdischen Leistung ist sie sehr bescheiden geblieben.“