Olympia: Große Ungewissheit bei Mostviertler Athleten. Während Jessica Pilz ihr Ticket für Tokio schon in der Tasche hat, zittern nach der Verschiebung vier weitere Mostviertler Athleten.

Von Raimund Bauer, Michael Bouda und Armin Grasberger. Erstellt am 01. April 2020 (01:32)
Trainiert in Haag. Jessica Pilz klettert auf dem vom Vater gebauten Parcours Zuhause.
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Nun ist es fix. Nach langem Zögern entschied sich das Olympische Komitee, die Spiele in Japan von 2020 auf 2021 zu verschieben. Angesetzt sind die Spiele vom 23. Juli bis 8. August 2021. Für die bereits qualifizierte Kletterin Jessica Pilz bedeutet es jetzt: bitte warten. Vor dem Ausbrechen der Coronakrise bereitete sich die in Innsbruck lebende Pilz auf die Europameisterschaft in Russland vor. Doch nach den Maßnahmen zog das Kletterass zurück nach Haag und hält sich im Elternhaus fit. Dabei klettert sie am vom Vater eigens erstellten Parcours.

Durch ihre Leistungen dürfte Pilz auf jeden Fall auch für die verschobenen Spiele qualifiziert sein. Noch kein Ticket gelöst hätten Leichtathlet Dominik Distelberger, Läufer Christian Steinhammer sowie Sportschütze Bernhard Pickl. Ob die bisherigen Leistungen für die Olympia-Quali zählen, weiß Pickl nicht: „Wir haben vom Verband diesbezüglich noch keine Informationen erhalten. Stand jetzt sind für Juni Wettkämpfe angesetzt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die tatsächlich stattfinden werden.“

Distelbergers Chancen sind durch die Verschiebung nicht wirklich gestiegen. Das Problem: Das Starterfeld der Zehnkämpfer wurde im Vergleich zu den Spielen von Rio 2016 um zwölf Plätze verkleinert und umfasst 24 Athleten. „Wenn es dann irgendwann wieder weitergeht, werden das knackige Quali-Bewerbe“, ist sich der Hochriesser sicher. „Die ganzen Spitzenleute treten dann gemeinsam bei den wenigen Meetings an, die es vor Olympia noch geben wird.“

Die Verschiebung der Olympischen Spiele führte auch zu einer Verschiebung der Paralympischen Spiele. Dafür hätte sich der Texingtaler Rollstuhltennisspieler Josef Riegler bereits qualifiziert. Nun herrscht Ungewissheit. „Schlecht ist die Verschiebung deshalb, weil wir nicht wissen, ob die Qualifikation zählt“, erklärt Riegler. Gespielt wird derzeit nur gegen das Garagentor.