Horrorsturz überschattet Rennen von Neuhofner. Christian Kromoser war der Ersthelfer beim brutalen Sturz des Franzosen Guillaume de Mallevou. Da trat das Ergebnis bei der Weltmeisterschaft in den Hintergrund.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 16. Juli 2019 (03:06)
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Zuerst brach bei Christian Kromoser die Schiene bei seinen Skates. Danach sah er hinter ihm den schwer verletzten Guillaume de Mallevou liegen und war als Ersthelfer gefordert.

Es war der große Showdown für den Neuhofner Christian Kromoser. Bei den Roller Games in Barcelona rechnete sich der Inlineskater bei optimalem Verlauf sogar eine Medaille aus.

Und der Beginn war auch vielversprechend. Kromoser fuhr im 300 Athleten großen Starterfeld stets im vorderen Drittel. Eineinhalb Runden und auf Position 30 liegend passierte das große Unglück. Knapp vor dem Neuhofner stürzte eine Gruppe. Kromoser blieb mit den Füßen stecken und brach sich dabei die Schiene am Inlineskate ab.

„Zuerst dachte ich noch, dass ich es reparieren kann und ich zumindest ins Ziel fahre“, sagt Kromoser. Aber die Befestigung war komplett durchgerissen, sodass an ein Weiterfahren nicht zu denken war. „Ich musste froh sein, dass mein Knöchel noch heil war“, berichtet Kromoser. Als er sich auf der Strecke umdrehte, sah er ein Bild des Grauens.

Offene Brüche und Gehirnerschütterung

Hinter ihm lag der Franzose Guillume de Mallevou in seiner eigenen Blutlache. Dieser zog sich einen offenen Bruch am Unterschenkel in Richtung Knie sowie am Unterarm zu. „In sieben Jahren meines Medizinstudiums hatte ich so ein grausliches Bild noch nicht gesehen“, zeigt sich Kromoser geschockt. Doch für den angehenden Mediziner stand sofort fest, dass er den Franzosen versorgen musste. Zudem übersetzte er für die eintreffenden spanischen Rettungskräfte. Der Franzose war zwar ansprechbar, wusste aber nicht den Grund seines Sturzes.

„Er hat mit Sicherheit eine schwere Gehirnerschütterung. Ich hoffe für ihn, dass er wieder schmerzfrei gehen kann“, sagt Kromoser und fügt hinzu: „Der Marathon wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich bin froh, dass ich jetzt im Hotelzimmer sitzen kann, während mein Kollege im Krankenhaus operiert wird.“

Die Tage zuvor überraschte Kromoser sich selbst auf der Bahn, dafür war er mit seinen Leistungen auf der Straße nicht zufrieden. Zwar erreichte er im Punkterennen sowie im Eliminationsrennen das Finale, doch am Ende standen die Plätze 30 und 29.

„Das Minimalziel mit einem Finalplatz habe ich erreicht, doch ich wollte unter die Top-20“, sagt Kromoser. Am Montag ging es im Flieger dann Richtung Heimat. Nach einer Woche Pause laufen die Vorbereitungen auf die Europameisterschaft Ende August. Sicher noch mit den Unglücksbildern vor Augen, die sich im Gedächtnis von Kromoser eingebrannt haben.