WM-Gold für Laura Stöckler!. Zwei Tage vor ihrem 18. Geburtstag eroberte Laura Stöckler bei der Heim-WM die erste Goldmedaille für Österreich. Die Haagerin triumphierte im Kombinationsfinale.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 12. September 2017 (02:48)
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Jubel über Kombinations-Gold. Laura Stöckler holte bei der Heim-WM in Innsbruck die erste Goldmedaille für Österreich.

Mit Platz fünf im Bouldern hatte die Weltmeisterschaft in Innsbruck für Laura Stöckler hervorragend begonnen. Und sie endete nach zwei Wochen mit dem bisher größten Erfolg ihrer Kletterkarriere. Zwei Tage vor ihrem 18. Geburtstag kürte sich die Haagerin als jüngste Teilnehmerin der U20 zur Weltmeisterin im künftig olympischen Kombinationsfinale.

Eines von sechs Tickets fürs Kombifinale ergattert

Dabei war die zweite Wettkampfwoche für die Niederösterreicherin zu Beginn nicht unbedingt nach Wunsch verlaufen. Im Speed-Bewerb schlug sich Stöckler noch beachtlich, lief ins Achtelfinale und beendete den Bewerb auf Rang 16. Eine bessere Platzierung sollte der Lead-Bewerb bringen.

Als Siebente ihrer Qualifikationsgruppe sicherte sich die Haagerin einen Platz im Semifinale. Dort musste sie aber dem intensiven Wettkampfprogramm Tribut zollen, verpasste den anvisierten Finaleinzug und belegte am Ende Rang 21. Trotzdem gab es für sie eines der sechs begehrten Tickets für das Kombinationsfinale, das in dieser Form zum ersten Mal bei einem internationalen Bewerb zum Einsatz kam.

Internationale Premiere für neues Format

Laura Stöckler erwischte einen guten Start ins Kombinationsfinale. Nach der Speed-Runde lag sie auf Rang drei. Das kleine Finale hatte sie souverän für sich entschieden. Im Bouldern zeigte sich dann, dass ein Kombinationsfinale mehr ist als die Summe der Einzeldisziplinen: Bei Top-Favoritin Claire Buhrfeind war nach Platz sechs im Speed der Wurm drin. Die Boulder-Weltmeisterin kam über Rang fünf nicht hinaus.

Ganz anders Laura Stöckler, die eine extrem starke Runde hinlegte und Rang eins für sich verbuchte. Das bedeutete vor der Lead-Runde den zweiten Zwischenrang.

Im Vorstieg-Bewerb kletterte die Haagerin dann wie entfesselt und deklassierte die bis dahin führende Russin Iuliia Panteleeva. Sie gewann die Lead-Runde und sicherte sich souverän die Goldmedaille. „Heute war es unglaublich. Es ist von Beginn an extrem gut gelaufen. Beim Speed wurde ich mit einer super Zeit Dritte, da bin ich wirklich zufrieden. Dann zwei Runden vor dem Heimpublikum zu gewinnen, das war fast schon surreal. Ich könnte nicht zufriedener sein mit meiner Leistung“, jubelte Stöckler über ihren Triumph.

Hammelmüller hinter den Erwartungen

Keinen Grund zum Jubeln gab es in Innsbruck für die zweite Haagerin, denn Eva Hammelmüller blieb deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. Im Lead-Bewerb musste sie sich mit Rang 20 begnügen.

Mit dem Kombinationsfinale der besten 20 war sie auch nicht zufrieden. Nach der Speed-Runde lag sie auf Rang 12, fiel beim Bouldern auf Rang 16 zurück und verbesserte sich mit einer guten Lead-Runde noch auf Rang zehn.