Pilz' starkes Comeback blieb unbelohnt. Jessica Pilz belegte bei der WM in Paris Platz 5. Bronze verpasste sie nur wegen des schlechteren Halbfinalergebnisses.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 20. September 2016 (02:42)
NOEN, Holzknecht
Am Weg zu einem Spitzenergebnis. Nur zwei Kletterinnen kamen in der Finalroute weiter als Jessica Pilz. Bronze verpasste die Haagerin nur durch den Countback auf das Semifinalergebnis.

Eineinhalb Monate war Jessica Pilz durch einen Innenbandeinriss im rechten Knie außer Gefecht gesetzt. Bei der Weltmeisterschaft in Paris, ihrer ersten bei den Erwachsenen, feierte die 19-jährige Haagerin in der vergangenen Woche ihr Comeback. Und was für eines! Bronze im Vorstieg verpasste die Mostviertlerin nur um Haaresbreite.

Leichte Unsicherheit, ob bzw. wie sich die lange Zwangspause bemerkbar machen würde, bestimmte die Qualifikation. „Heute war ich das erste Mal seit langer Zeit wieder richtig nervös. Die lange Wettkampfpause und die Ungewissheit, ob das Knie bei voller Belastung auch wirklich hält, haben die Sache spannend gemacht. Aber es war ein super Start“, freute sich Pilz über den schmerzfreien Einzug ins Semifinale. Sie kletterte beide Qualifikationsrouten top und sicherte sich ex aequo mit den Topfavoritinnen Garnbret und Verhoeven den Gruppensieg.

Finaleinzug war das große Ziel

Im Halbfinale kletterte Pilz von Beginn an entschlossen und erreichte mit einer Höhe von 42+ Platz sechs. „Ich habe einfach gefightet bis nichts mehr ging. Ich wollte um jeden Preis in dieses Finale und jetzt hab ich’s geschafft. Favoritinnen sind nach der langen Verletzung andere, aber ich werde jetzt voll attackieren. Ich hab nichts zu verlieren, kann nur mehr gewinnen“, zeigte sich die Niederösterreicherin ungewohnt angriffslustig.

Wie angekündigt, versuchte Pilz im Finale dem Führungs-Quintett so gut es geht vorzulegen und damit den Druck auf die Favoritinnen zu erhöhen. Ruhig, fokussiert und flüssig meisterte die Haagerin Zug um Zug und kletterte mit einer Höhe von 43+ bis zum vorletzten Zug der Finalroute.

Nach Pilz kamen lediglich die neue Weltmeisterin Janja Garnbret aus Slowenien und Silbermedaillengewinnerin Anak Verhoeven aus Belgien weiter als die beste Österreicherin. Beide erreichten das Top. Trotzdem blieb Jessica Pilz die Bronzemedaille verwehrt. Mina Markovic (Slowenien) und Kim Jain (Korea) erreichten die selbe Höhe wie Pilz, belegten jedoch aufgrund des Countbacks auf das Halbfinale die Plätze drei und vier. Für Pilz kein Grund, um Trübsal zu blasen.

„Ich bin super zufrieden. Nach so einer langen Pause war ich einfach froh, dass ich überhaupt bei der WM starten kann. Es war ein Wettlauf mit der Zeit. Mit dem Finaleinzug hab ich mein großes Ziel erreicht und im Finale ist mir so gut wie alles aufgegangen, was ich mir vorgenommen habe“, war Pilz mit ihrem WM-Debüt zufrieden. Bronze nur aufgrund des Countbacks auf das Halbfinale verpasst zu haben, sei zwar schon schade, aber „ich bin mir sicher, meine Zeit kommt noch.“