Waidhofner Trainer Mayrhofer: „Springe spontan ein“. Der Waidhofner Klaus Mayrhofer betreut in der neuen Saison Wendy Holdener. Wenn Zeit ist, hilft er auch bei der Sportunion aus.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 20. Mai 2020 (00:34)
Wechsel. Klaus Mayrhofer wechselte in den Schweizer Skiverband.
privat

NÖN: Wie hat sich das Engagement im Schweizer Skiverband ergeben, wie war der erste Kontakt zueinander?

Klaus Mayrhofer: Der Damenchef Beat Tschuor hat mich Mitte März angerufen und mir einen Trainerjob in der Trainingsgruppe WC SL/GS mit der Verantwortung für Wendy Holdener angeboten.

Hattest du vorher schon einmal mit Wendy Holdener Kontakt gehabt, oder wie werden die Trainer generell ausgesucht?

Mayrhofer: Als ich noch Trainer von Sarka Strachova (eh. Zahrobska) war, trainierten wir einige Male mit den SL-Damen der Schweiz und da haben wir uns kennengelernt. Grundsätzlich werden die Trainer natürlich wie in anderen Sportarten auch nach Erfolg und Reputation ausgesucht. Natürlich ist es immer vorteilhaft, wenn man sich gegenseitig kennt.

Mit welcher Gruppe im ÖSV hast du vorher gearbeitet und wäre da weiterhin ein Verbleib geplant gewesen, hätte es nicht das Angebot aus der Schweiz gegeben?

Mayrhofer: Ich war in der Damentrainingsgruppe WC GS/Kombi integriert. Eigentlich wäre ein Verbleib in der Gruppe geplant gewesen, aber dann ist mir dieses interessante Angebot aus der Schweiz dazwischen gekommen.

Wie würdest du dich selbst als Trainer sehen?

Mayrhofer: Ich bin ein großer Tüftler und sehr ehrgeizig. Wer im Skirennsport vorne mitmischen will, muss hart dafür arbeiten. Das gilt sowohl für die Athleten als auch für die Trainer.

Welche Ziele verfolgst du nun in der Schweiz?

Mayrhofer: Ich versuche, meinen Beitrag zu leisten, damit sich die Schweizer Damenmannschaft weiterentwickelt. Da ich verantwortlich für Wendy bin, werden wir natürlich alles versuchen, in allen Disziplinen erfolgreich zu sein.

Wie viel Kontakt hast du auch noch zur Sportunion Waidhofen?

Mayrhofer: Ich halte gerne Kontakt, bin aber zeitlich natürlich sehr eingeschränkt. Wenn eines meiner Kinder beim Training dabei ist und ich Zeit habe, dann übernehme ich gerne spontan eine Trainingsgruppe.

Wie sieht in der Coronazeit das Training aus? Welche Anpassungen muss man da als Trainer machen und wie schwierig gestaltet sich das Training?

Mayrhofer: In dieser Zeit wurde sehr viel mit Konditionsheimprogrammen gearbeitet. Das Konditionstraining hat einfach früher angefangen und jetzt ist die Zeit gekommen, konditionelle Schwächen auszubessern. Die Sitzungen und Besprechungen wurden hauptsächlich per Skype abgehalten. Ich hoffe, dass ich bald in die Schweiz kann, um Kontakt zu den Kollegen und zu den Athletinnen aufzunehmen.

Steht überhaupt schon ein Schneetraining wie in Österreich in Sölden auf dem Programm oder wird noch abgewartet?

Mayrhofer: Der erste Schneekurs wäre im Juni geplant, aber wir wissen noch nicht, ob dieser durchführbar ist. Wir werden das nächste Woche entscheiden.

Wie sieht generell der Alltag eines Skitrainers aus?

Mayrhofer: Vor einem Trainingskurs sind natürlich die optimale Planung und Reservierung des Trainingsortes, der Pisten und der Unterkunft wichtig. Hierbei ist das Trainingsziel zu beachten. Vor einem Wettkampf simuliert man, so gut es geht, Gelände, Schneebeschaffenheit und Pistenpräparation. Je nach Bedarf und Disziplin werden die Pisten mit Wasser gespritzt, gebalkt oder es werden Sprünge und Wellen angeschoben oder gebaut.

Und wie sieht es nach der ganzen Vorbereitung aus?

Mayrhofer: Nach dem Setzen, Aufstellen der Zeit und Färben der Pisten erfolgt das Warm-up bzw. Freifahren mit den Athleten. Während der Trainingsfahrten werden Videos von jeder Passage des Kurses gemacht. Danach erhalten die Athleten, mit oder ohne Videounterstützung, Feedback. Hierbei wird natürlich auch immer der Servicemann eingebunden, um ihm auch Rückmeldung über das gefahrene Material zu geben. Die Kurse werden bei Bedarf korrigiert oder je nach Trainingsmethodik umgesetzt. Oft wird dann auch noch eine zweite Disziplin trainiert, das heißt Abräumen und Neusetzen des zweiten Kurses. Am Nachmittag ist ein Teil des Trainerpersonals beim Konditionstraining dabei. Der andere Teil der Gruppe setzt einen neuen Kurs und bereitet die Piste für den nächsten Tag vor. Am Abend werden mit jedem Athleten die Videos angesehen.