Der Abstieg der Dragons ist fix. Niederlage in Graz besiegelt zweiten Abstieg in die zweite Liga nach 2003. Verein dementiert Auflösungsgerüchte.

Von Manuel Burger. Erstellt am 22. April 2014 (07:33)
NOEN, Wolfgang Mayer
Auch Albert Ngoy konnte den Abstieg der St. Pöltener letztendlich nicht verhindern. Auch er fand gegen Graz nicht zu seiner Bestform.
GRAZ - ST. PÖLTEN 83:78. Aus und vorbei! Die Dragons haben am Mittwoch in Graz das vorentscheidende Spiel um den Klassenerhalt verloren. Die Steirer bleiben aufgrund des Erfolges gegen Mattersburg am Ostermontag in der ABL, für St. Pölten gilt es zum zweiten Mal nach 2003 den bitteren Weg in die zweite Liga anzutreten.

Während der UBC-Vorstand im „do or die“-Spiel durch Abwesenheit glänzte, waren die in der Steiermark tätigen Ex-Spieler Kohlmaier, Krämer und Gvozden auf der Tribüne vertreten. In der Anfangsphase drückte St. Pöltens Worenz der Partie ihren Stempel auf und markierte die ersten acht Punkte seiner Mannschaft zur 8:6-Führung, ehe sein Erfolgslauf durch einen verlegten einfachen Korbleger endete. Das restliche Viertel dominierte Graz, die Gastgeber gingen mit einer Sechs-Punkte-Führung (21:15) in die erste Pause.

Im zweiten Abschnitt keimte Hoffnung auf

Zu Beginn des zweiten Abschnitts riss der Faden bei den Steirern komplett, über vier Minuten gab es keinen Treffer zu bejubeln. Nach acht UBC-Punkten in Folge war die Partie wieder völlig offen. Im Angriff hatte St. Pölten zu wenige Optionen, fast jeder Angriff lief über Ware, der seine Sache aber sehr gut erledigte und mit 27 Punkten bester Werfer der Partie werden sollte. Einmal hieß es sogar Ware gegen vier Grazer Gegenspieler …

In der Pause wurden Erinnerungen an die heimische Halle wach: Aufgrund eines Defekts an der Wurfuhr gab es eine 20 Minuten länger dauernde Pause. Als Graz im dritten Viertel mit 45:39 vorne lag, leisteten sich die Hausherren die zweite Schwächephase der Partie. St. Pölten markierte neun Zähler in Serie, Kapitän Speiser übernahm nun auch mehr Verantwortung und stemmte sich mit gebrochenem Finger gegen die Niederlage. Worenz und Grum verpassten es jedoch, den Vorsprung weiter auszubauen (48:45). Dieser Umstand wurde bestraft und die Steirer starteten ihrerseits einen 9:0-Lauf. Symptomatisch die letzte Grazer Aktion des dritten Viertels: Der schwache Radakovics lässt Richardson werfen, Schaal krallt sich den Offensivrebound und versenkt zum 58:54.

Für Marhold letzte Partie im St. Pöltner Dress

Schließlich sahen die Gastgeber beim Spielstand von 75:67 kurz vor Schluss schon wie die sicheren Sieger aus, St. Pölten kam aber noch einmal zurück ins Spiel und ging mit 77:75 in Führung. In den letzten Augenblicken, ohne den am Knöchel verletzten Grum, fand ein Dreier von Worenz keine Anerkennung und Graz schloss einen Angriff mit nur vier Sekunden verbleibender Zeit auf der Wurfuhr mit einem Schaal-Treffer doch noch erfolgreich ab. Beim letzten Spielzug der Partie (81:78) verpasste es St. Pölten einen Dreipunktwurf anzubringen und verzettelte stattdessen den Ball unter dem Grazer Korb.

„Es waren sehr knappe Spiele gegen Graz, wir hätten auch gewinnen können. Die Verletzung von Grum war der Knackpunkt“, meint Headcoach Schreiner, der in der zweiten Liga nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehen wird. Ein Weiterverbleib als sportlicher Leiter ist möglich. Für Marhold war es verletzungsbedingt die letzte Partie im St. Pöltner Dress, durch seine Handverletzung war der US-Amerikaner nur mehr ein Schatten von sich selbst.

Geschäftsführer Muschik dementierte nach dem Abstieg Gerüchte um eine im Raum stehende Vereinsauflösung: „Es kann keine Rede davon sein, dass wir in irgendeiner Weise vorhaben den Verein aufzulösen. Tatsache ist, dass wir bereits mit Hochdruck daran arbeiten, dass wir mit unserem Verein in der kommenden Saison den sofortigen Wiederaufstieg schaffen.“

MATTERSBURG - ST. PÖLTEN 78:80.

Ohne die verletzten Grum, Blazan und Marhold wahrte St. Pölten am Karsamstag beim Zweitligameister Mattersburg mit einem Sieg die Minichance auf den Klassenerhalt, die sich dann über Ostern in Luft auflösen sollte. Vater des Erfolges war Speiser mit 30 Punkten. Im Schlussviertel schafften die Dragons die Wende, nachdem sie in Minute 28 bereits mit neun Zählern in Rückstand gelegen waren (47:56). Die Mattersburger Taktik, über die Dreipunktwürfe zum Erfolg zu kommen (10/29), ging knapp nicht auf.