Für WM nominiert. Karate / St. Pöltens Kristin Wieninger ist gerade 16 Jahre alt geworden, und damit die jüngste Österreicherin bei einer WM aller Zeiten.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 29. September 2014 (08:47)
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Kristin Wieninger
Im Mai hatte sich die damals noch nicht 16-jährige Kirstin Wieninger das utopisch anmutende Ziel gesetzt, Österreichs Kata-Vertreterin bei der Weltmeisterschaft der allgemeinen Klasse im November in Bremen zu sein. Fünf Monate später ist das Märchen wahr geworden: Die SLZ/BORGL-Sportgymnasiastin vom UKC Zen Tai Ryu HAK St. Pölten hat Bundestrainer Marco Kassmannhuber bei den letzten internationalen Turnieren derart begeistert, dass er sie bereits jetzt fix für die WM nominiert hat.

„Sie ist nun die jüngste Österreicherin, die an einer WKF-Weltmeisterschaft der allgemeinen Klasse teilnimmt“, ist ihr Entdecker, UKC-Obmann Erhard Kellner, stolz und überzeugt, „dass diesem sportlichen Quantensprung bald weitere folgen werden!“

Erst seit 4. September in der allgemeinen Klasse startberechtigt, nahm Wieninger den Kampf um den einzigen Kata-Startplatz gegen die höher eingeschätzte und um zwei Jahre ältere Kärntnerin Jutta Rath auf. Zweimal (Heilbronn und Zagreb) landeten die beiden Kontrahentinnen am selben Platz, beide Male hatte Wieninger die Nase vorne, weil sie in ihrem Pool eine Runde mehr gewonnen hatte.

Wieninger führt im Gesamtranking

Im Gesamtranking des österreichischen Karatebundes führt Wieninger aufgrund ihrer internationalen Platzierungen (4x Gold, 4x Silber, 3x Bronze) derart haushoch mit 155 Punkten vor Jutta Rath (60) und Klubkollegin Noemi Lixandroiu (55), dass Kassmannhuber und Sportdirektor Ewald Roth auf weitere Qualifikationen verzichteten.

Trainer Erhard Kellner: „Mit ihrer Konzentrationsfähigkeit und Zielorientiertheit hat Kristin in kurzer Zeit Ziele erreicht, die selbst ich ihr bei allem Optimismus nicht zugetraut hätte.“

Wieninger kann nun den internationalen Turnieren der nächsten Wochen entspannt entgegensehen und sich in Ruhe auf die Weltmeisterschaft vorbereiten. Am Wochenende tat sie dies bei der Meisterschaft der Alpe Adria Federation in Fürstenfeld. In der allgemeinen Klasse des Kata-Bewerbs siegte sie vor Teamkollegin Victoria Ott. Ohne Training startete sie auch im Kumite und wurde Dritte.