Erster Saisonsieg im Derby als Doping für St. Pöltner

Die Djukic-Jungs können doch noch siegen! Tullner werfen im Finish daheim die Nerven weg und die St. Pöltner jubeln — 25:24.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 00:36
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Die beiden besten Tullner, Oliver Nikic (links) und Max Wolffhardt, standen auch in der Abwehr ihren Mann. Paul Posset (2.v. l.) bekam Tulln aber nicht in Griff. Der St. Pöltner machte ebsno wie Kreisläufer Alex Pils (r.) das halbe Dutzend voll und wurde zurecht auch zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt.
Foto: Wolfgang Stritzl

Die Tullner zählten zu Saisonbeginn zu den Abstiegskandidaten, wohingegen man den Landeshauptstädtern auch ohne hochkarätigen Legionär durchaus die Chance aufs obere Play-off zubilligte. Doch in den ersten Runden sah es bislang ganz anders aus. Die St. Pöltner performten unterdurchschnittlich und warteten nach sechs Runden immer noch auf ihren ersten Sieg. Tulln hatte hingegen durchaus überraschen können und auch gegen höher eingeschätzte Gegner stets gut mitgehalten. Für die Falken war es daher schon ein Pflichtsieg, wollte man nicht völlig den Anschluss an die Konkurrenten im Abstiegskampf verlieren — und nach einem solchen sieht es heuer leider aus!

Auf Blitzstart folgt zunächst der gewohnte Einbruch

Die Falken begannen auch topmotiviert, dürften das letzte, spielfreie Wochenende gut genützt haben. Rasch führte man in der fremden Halle mit 3:0 (5.). Doch statt dadurch Selbstvertrauen zu tanken, lief dann die nächsten Minuten plötzlich wieder gar nichts mehr. Die Tullner stellten den Spielstand auf den Kopf, führten nach einem 6:0-Lauf plötzlich ihrerseits 6:3 (11.), auch weil Tulln-Torhüter Andi Schwarz in dieser Phase einfach nichts zuließ. „Dabei war unsere Leistung sowohl in der Deckung als auch im Angriff eigentlich gut“, hatte Falken-Trainer Damir Djukic, der in Tulln seine erfolgreiche Karriere gestartet hatte, seinen Jungs wenig vorzuwerfen. Trotzdem führten die Tullner zur Pause mit 15:10.

Nach Seitenwechsel entfaltete sich dann in der bestens besuchten Halle dann ein offener Schlagabtausch. Vor allem in der Deckung fand Djukic nun das richtige Rezept gegen die Tullner. „Unsere Falken zeigten echte Kämpferqualitäten“, sah es auch Obmann Michael Kögl wohlwollend, obwohl der Rückstand zehn Minuten lang kaum schmolz (20:16, 40.). Doch ab Mitte des zweiten Durchgangs pirschten sich die Falken, angeführt von Paul Posset und Martin Zettel, immer mehr heran. Den Tullnern gelangen in den letzten zwanzig Minuten nur noch drei Tore! Und als Draufgabe war es auch noch Abwehrchef Zettel, der dann zum 22:22 ausgleichen konnte (53.).

Sind es bisher in der Saison vor allem die Falken gewesen, die im Finish meist die Nerven wegschmissen, so waren es diesmal die Hausherrn, die zunehmend nervös agiert haben.

Zwei Rote Karten für entnervte Tullner

Zwar gingen sie nochmals in Führung, doch Schütze Max Wolffhardt sah gleich danach bei einem Gerangel die Rote Karte (53.), was Neumaier und Posset zur Führung in der Schlussminute nützen konnten. Einen Ballverlust von Topscorer Oliver Nikic (7) nutzte Posset dann zum Wurf ins leere Tor und zur Vorentscheidung (23:25). Nikic sorgte zwar noch für den Anschlusstreffer, sah aber unmittelbar darauf entnervt ebenfalls Rot.

„Unsere Spieler behielten diesmal kühlen Kopf, als beim Gegner die Sicherungen durchbrannten“, freut sich Kögl über die vollen Punkte, die nun auch Doping für die kommenden Aufgaben sein sollten.

Am Samstag empfangen die Falken die Fivers WAT Margareten 2, gegen die man in der Vorsaison zum Saisonfinale einen klaren Sieg hatte feiern können. Anwurf ist um 19 Uhr im Sportzentrum NÖ, es gibt kein Future-Spiel.