Rückfall für Herzogenburger Dusek beim Saisonfinale. Herzogenburgs Boardercrosser verlässt bei Weltcupfinale das Glück — Platz 17 bedeutet Endrang fünf.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 17. März 2020 (02:37)
Katharina Neussner und Jakob Dusek beim Weltcupfinale.
ÖSV

Für den Herzogenburger Jakob Dusek und die Wölblingerin Katharina Neussner, beide von Union Trendsport Weichberger, sollte der Finalbewerb im Cross-Weltcup im Schweizer Veysonnaz nochmals ein Saisonhighlight darstellen.

Während weltweit Großsportveranstaltungen wegen des Coronavirus bereits abgesagt waren, entschieden die FIS-Verantwortlichen, die für Sonntag vorgesehene Veranstaltung, auf Freitag vorzuverlegen. Die Teams aus USA und Kanada zogen es vor, ihre Starter vor dem Rennen heimzuholen. Auch weitere Athleten blieben dem Rennen fern, sodass bei den Männern nur 26 Starter aus neun Ländern und bei den Frauen gar nur neun Teilnehmerinnen aus sechs Ländern gezählt wurden.

Für Österreichs diesjährigen Boardercross-Shootingstar Dusek kam ein Startverzicht aber nicht in Frage, schließlich hatte er im Gesamtweltcup noch Chancen. „Aber das Coronavirus war die letzten Tage vor dem Rennen auch hier das beherrschende Thema. Bis zum Freitagvormittag gab es Gerüchte über eine Absage des Rennens, weshalb es sehr schwer war, konzentriert zu bleiben,“, meinte der 24-Jährige, der sich mit seinem Europacupgesamtsieg im Vorjahr in die Weltklasse gekämpft hat. Wohl mit ein Grund, warum beim Saisonfinale der ganz große Coup dann doch ausgeblieben ist.

Traum vom dritten Gesamtrang geplatzt

Dusek hatte sich zuletzt mit einem zweiten Rang in Spanien, in der Weltcup-Zwischenwertung auf Platz vier nach vor gearbeitet, nur zwanzig Zähler hinter dem Dritten. Eine Platzierung, die es im Cross-Bewerb für einen Niederösterreicher noch nie gegeben hat. Ja, selbst der Rückstand auf Platz eins (850 Punkte), wäre zumindest rein rechnerisch noch einholbar gewesen.

So war bei den Weichberger-Fans, die das Rennen im ORF live verfolgten, die Freude groß, als Dusek seinen ersten Lauf überlegen gewinnen konnte. Auch im zweiten Run lag der Herzogenburger bis hundert Meter vor dem Ziel an der Spitze und wurde erst dann abgefangen, sodass er nicht mehr in die Finalläufe eingreifen konnte.

Die Punkte von Rang 17 reichten dennoch aus, dass er nur vom Spanier Lucas Eguibar um einen Platz auf Rang fünf zurückgedrängt wurde und als zweitbester Österreicher ein Endergebnis ablieferte, mit dem am Beginn seiner ersten vollen Weltcupsaison kaum jemand gerechnet hatte.

„Neben Benjamin Karl, der die Saison heuer als Weltcupgesamtzweiter imSnowboard-PGS-Bewerb abgeschlossen hat (die Parallelboarder beendeten ihre Saison bereits vor 14 Tagen, Anm. d. Red.), zählt Jakob mit diesem Erfolg zu den erfolgreichsten Sportlern in Niederösterreich in allen Sportarten, ist Erik Wöll, für dessen Klub Union Trendsport Weichberger beide Boarder fahren, stolz.

In einem wahren Herzschlagfinale hat der Vorarlberger Alessandro Hämmerle zum zweiten Mal in Folge den Sowboardcross-Weltcup gewonnen. Mit dem neunten Einzelsieg im Weltcup vor Omar Visintin (ITA), Adam Dickson (AUS) und seinem härtesten Konkurrenten in der Disziplinenwertung, dem Italiener Lorenzo Sommariva, eroberte der 26-jährige Montafoner seine zweite Kristallkugel.

„Ich halte zwar jetzt die Kristallkugel in der Hand, aber meine Gefühle sind sehr zwiespältig. In der aktuellen Situation ist der Sport nur sekundär, vorrangig ist jetzt einmal, dass sich die allgemeine Lage hoffentlich bald wieder entspannt“, meinte der frischgebackene Weltcupgesamtsieger.

Neussner beendet Saison mit Rang acht

Im Cross der Damen gewann die Italienerin Michela Moioli, deren Großvater am Coronavirus erkrankt ist, und sicherte sich zum dritten Mal auch den Gesamtsieg. Neussner belegte Rang acht.

Der ÖSV-Tross trat noch am Freitag nach dem Bewerb gemeinsam mit den Ski-Crossern, die am Samstag beim Abschlussrennen nicht mehrgestartet sind, die Heimreise an.