Kevin Amon ist Staatsmeister

Erstellt am 28. September 2022 | 02:21
Lesezeit: 3 Min
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Der Unter-Hametner Kevin Amon und Haags Laura Stöckler bei den Damen standen am obersten Treppchen bei den Speed-Staatsmeisterschaften. Die drittplatzierte Lisa Dorwekinger (r.) komplettierte den Triumph der Herzogenburger Naturfreunde.
Foto: KVÖ/Nils Lang
Ein Herzogenburger ist schnellster Österreicher an der Kletterwand.
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Kevin Amon (NFÖ Herzogenburg) und Laura Stöckler (ÖAV Haag) haben im Rahmen der österreichischen Staatsmeisterschaften im Kletterzentrum Innsbruck die Speedbewerbe bei Männern und Frauen für sich entschieden. Während es für die Haagerin eine erfolgreiche Titelverteidigung war, konnte sich der noch 17-jährige Amon, der das BORG St. Pölten besucht, in Abwesenheit des verletzten Tobias Plangger (ÖAV Innsbruck) über seinen Premierentitel freuen.

Amon befindet sich in der aktuellen Saison in einem richtigen „Flow“ — und das, obwohl er sich nun im Maturajahr einer Regelschule befindet, also sein Trainingsprogramm nach der Schule richten muss und nicht umgekehrt, wie bei Schülern in Leistungszentren üblich.

Nach seiner sensationellen Goldmedaille bei den Jugendeuropameisterschaften in Augsburg (die NÖN berichtete), seinem ersten Sieg bei einem Jugend-Speed-Europacup und einem starken Auftritt beim Heim-Europacup bei den Herren feierte der Speedspezialist mit dem Staatsmeistertitel nun das nächste Highlight seiner noch jungen Karriere.

Im spannenden Finale setzte sich Amon gegen Lukas Knapp (NFÖ Salzburg) mit einer persönlichen Bestzeit von 5,88 Sekunden auf der 15-m-Wand durch (Ösi-Rekord 5,86; Weltrekord 5,00). Lawrence Bogeschdorfer (NFÖ Vöcklabruck) komplettierte als Dritter das Siegespodest.

„Es war wieder eine unglaublich tolle Erfahrung für mich. Wenn man bedenkt, dass ich genau vor einem Jahr erstmals unter acht Sekunden gelaufen bin und jetzt eine Zeit unter 6 Sekunden stehen habe, macht mich das schon stolz“, kommentiert er seine raketenhafte Entwicklung.

„Ich hatte den Vorteil, dass ich ganz ohne Druck klettern konnte und die Erwartungshaltung nicht so groß war. Die letzten Wettkämpfe waren sehr gut, von dem her war das Selbstvertrauen da. Dieser Titel bedeutet mir sehr viel und die Medaille bekommt bei mir zu Hause definitiv einen Ehrenplatz“, strahlte Amon nach der Siegerehrung.

Bei den Damen konnte Laura Stöckler (ÖAV Haag) nach einer durchwachsenen Saison ihren Speedtitel verteidigen. Sie setzte sich in einem spannenden Finale in 8,34 Sekunden gegen Alexandra Elmer (ÖAV Tauernkraxxla) durch. Die Sensation war aber Amons Teamkollegin. Lisa Dorwekinger entschied den Lauf um Platz drei für sich und holte Bronze, was den jungen Naturfreundeklub in Herzogenburg, der vom Youngster Amon bereits mit aufgebaut wurde, nachdem sich das Team in Weinburg zerschlagen hatte, gleich ein zweites Mal jubeln ließ.

Weniger gut lief es gleich danach für Amon aber beim letzten Europacupbewerb des Jahres in Hamburg. Nach dem starken siebenten Platz in der Qualifikation fiel er im Finale auf den elften Platz zurück. „Da war aber relativ viel Pech dabei“, kommentierte er. Im Gesamtklassement rutschte er dadurch zwar auf den neunten Platz zurück, hielt aber seine starke Top-10-Klassierung in der allgemeinen Klasse.

Jetzt hofft Amon, dass in Weinburg über den Winter fix eine Speedwand installiert wird. „Aufgrund der Matura kann ich derzeit nicht so oft nach Innsbruck reisen“, bittet er um Hilfe.