Mehr Verständnis für Sport. Die langjährige Basketballerin Hermine Tribelnig (54) über ihre Anfänge im Sport, warum sie bei den HL Heats aufhört und wieso der Staat mehr in Sport investieren sollte.

Von Cornelia Grotte. Erstellt am 05. Juli 2017 (02:12)
NOEN, privat
Abschied.Hermine Tribelnig, Gattin von Sportunion-Hollabrunn-Präsident Johannes, wurde vonAstrid Frey und dem restlichen Team der HL Heats Basketballer feierlich verabschiedet.

NÖN: Wann haben Sie eigentlich mit Basketball begonnen?

Hermine Tribelnig: Ich habe mit 13 Jahren begonnen, in der dritten Klasse Gymnasium. Damals gab es noch die unverbindlichen Übungen, die vom Staat unterstützt wurden. Heute gibt es so etwas nicht mehr, obwohl ich mir wünschen würde, dass der Staat das mehr fördern würde.

Wie lange haben Sie bei den Hollabrunner Heats gespielt?

Tribelnig: Ich habe bei den Heats hobbymäßig bei den Herren mitgespielt, bis wir 2009 die Damenmannschaft reaktiviert haben. Unterbrochen habe ich das Spielen nur, als ich mit meinen Kindern schwanger war. Das waren insgesamt drei Jahre. Sonst habe ich immer gespielt.

Was werden Sie am meisten am Basketballspielen vermissen?

Tribelnig: Der Gemeinschaftsgedanke. Es sind auch die Fouls beim Basketball nicht so brutal wie beim Handball oder Fußball. Es war schön, mit Basketball aufzuwachsen und ausgebildet zu werden. Es war trotzdem immer toll, wenn man gewonnen hat (lacht). Wenn wir zu einem Auswärts-Spiel gefahren sind, haben wir im Bus gemeinsam gesungen. Das waren schöne Zeiten.

Haben Sie Pläne für die Zeit nach dem Basketball?

Tribelnig: Ich möchte mich weiterhin sportlich betätigen und Gymnastik machen. Wegen des Basketballs musste ich auch auf einiges verzichten. Ich bin ja auch in der Pfarrgemeinde sehr engagiert. Wegen meiner Auf gabe als Damen-Trainerin hatte ich zum Beispiel keine Zeit für die Frauengebetsgruppe.

Was wünschen sie den HL Heats zum Abschied?

Tribelnig: Ich wünsche ihnen, dass sie mehr Auftritte bekommen und der Sport beliebter wird. Astrid (Anm.: Frey) gibt sich da schon sehr viel Mühe mit der Jugendarbeit. Ich würde mir wünschen, dass sich Leute finden, die sie unterstützen. Ein Wunsch von mir ist auch, dass es mehr Verständnis für den Sport gibt. Viele sehen oft nicht, dass es nicht so einfach ist, jede Woche Zeit für den Sport aufzuwenden. Es ist schade, dass der Staat den Sport nicht mehr so viel unterstützt wie früher.