Freiwilliger Abstieg. Hollabrunn steigt von der 2. Liga in die Landesliga ab. Der finanzielle und organisatorische Aufwand war zu groß.

Von Kevin Kada. Erstellt am 17. Juni 2014 (11:07)
NOEN, zVg
Karin Windisch, Kapitänin ATSV Hollabrunn
Eine Woche nach Meisterschaftsende sind normalerweise alle Tabellenpositionen entschieden. Doch nun gibt es eine nachträgliche Änderung. Der ATSV Hollabrunn wird die 2. Liga verlassen. „Ja wir steigen freiwillig ab“, erklärt Kapitänin Karin Windisch.

Verständnis für Enttäuschung mancher Spielerinnen

Dafür gibt es einige gute Gründe. „Der finanzielle und organisatorische Aufwand ist für uns einfach nicht mehr zu stemmen“, so Windisch, die auch die Enttäuschung mancher Spielerinnen verstehen kann. „Natürlich ist es für viele schwer. Wir haben den Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft, haben eine ganze Saison hart dafür gearbeitet, und jetzt nehmen wir freiwillig den Hut.“

Doch wenn man die Hintergründe beleuchtet, bekommt man einen Eindruck, warum es nicht mehr geht.

Zu viel Verantwortung für zwei Spielerinnen 

Die komplette Organisation bleibt hauptsächlich an Co-Trainerin Maria Wolf und Kapitänin Windisch hängen: „Ich möchte nicht für alles die Verantwortung übernehmen. Man muss auf sehr vieles achten und so viel organisieren. Das ist für uns zu viel Verantwortung. Vor allem wenn wir ja nebenbei auch noch spielen müssen.“

Da in der kommenden Saison in der 2. Liga zwei weitere Teams aus Kärnten dazukommen werden, wird der Aufwand immer größer. „Das sind zwei Auswärtsfahrten mehr pro Saison. Das ist natürlich auch eine finanzielle Herausforderung.“

„Heißt jetzt nicht, dass wir ewig in der Landesliga spielen werden“

Ein weiterer Grund für Windisch ist die dünne Personaldecke: „Wenn man in der 2. Liga spielen will, dann braucht man einen größeren Kader. Und den haben wir nicht.“

Doch Windisch beruhigt und verweist auf die Zukunft: „Das heißt jetzt nicht, dass wir ewig in der Landesliga spielen werden. Mal sehen, was in den kommenden Saisonen passiert. Vielleicht schaffen wir dann nicht nur den sportlichen, sondern auch einen finanziellen Aufstieg und können auf eigene Leute für die Organisation zurückgreifen.“

Dafür wird der ATSV aber wohl einen großen Sponsor brauchen.


Hintergrund

  • Karin Windisch, Kapitänin ATSV Hollabrunn
    Zur Person: Windisch spielt seit 1996 beim ATSV Hollabrunn. Seit 1997 ist sie dort auch Kapitänin.

  • Zum Verein: Der ATSV Hollabrunn wurde 1919 gegründet. Die Damensektion im Jahr 1995. Sie nahm das erste Mal 2000 am Liga-Spielbetrieb teil. Bis Juni 2013 spielten die Damen in der Landesliga. Nach dem Sieg in der Relegation gelang ihnen der Aufstieg in die 2. Liga Frauen Ost/ Süd, die zweithöchste Spielklasse in Österreich. Nach einem Jahr in dieser Liga steigen die Hollabrunner Damen freiwillig wieder in die AKNÖ Landesliga ab.