Die letzte Zielgerade für Zuser. Der Retzer Wolfgang Zuser beendete zum sechsten und für ihn letzten Mal einen Ironman. Der 50-Jährige bleibt aber sportlich.

Von Cornelia Grotte. Erstellt am 12. Juli 2017 (02:31)
privat
Wolfgang Zuser beim Ironman in Klagenfurt.

„You are an Ironman“ (zu Deutsch: Du bist ein Ironman). Diesen Satz hörte Wolfgang Zuser zum sechsten und letzten Mal, als der Retzer über die Ziellinie in Klagenfurt rannte.

In den vergangenen 20 Jahren absolvierte der 50-Jährige insgesamt 42 verschiedene Ausdauerbewerbe. Den Ironman in Klagenfurt beendete der Weinviertler in 12 Stunden und 25 Minuten. „Bei der Vorbereitung hat alles gepasst. Trotz Verkühlung habe ich, nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometer Radfahren, beim Marathon 270 Athleten überholt“, war Zuser zufrieden.

Erst im Mai feierte er seinen 50. Geburtstag. Die Familie machte dem Athleten aber Druck, mit dem Ironman aufzuhören. Die Entscheidung des Sportlers fiel jedoch erst während des Ironmanbewerbes. „Ich treffe meine Entscheidungen immer beim Ausdauersport – aus dem Flow heraus. Beim Radfahren habe ich dann entschieden, dass das mein letzter Ironman war“, sagt Zuser.

Der 50-Jährige werde vor allem die Atmosphäre vermissen. „Denn der Ironman am Wörthersee ist wunderschön“, sagt der Athlet. Seine mentale Stärke möchte der Familienvater nun für seine Frau und Kinder sowie den Beruf aufbringen. Den Sport möchte er nicht ganz aufgeben: „Ich werde weiterhin an Marathon und Triathlon teilnehmen, solange ich gesund bin. Aber halt über kürzere Distanzen.“ Zuser ist dankbar, dass er auf eine lange Karriere als Ausdauersportler zurückblicken kann. Es gab Zeiten, in denen es nicht sicher war, ob er seine Leidenschaft weiter ausüben kann.

„Vor zwölf Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Der Arzt hatte mir damals gesagt, dass es damit vorbei ist“, erzählt der Retzer. „Zum Glück habe ich mir eine zweite Meinung eingeholt und mit der Physiotherapie begonnen.“ Durch die täglichen Übungen wurde er bald wieder fit. Von seiner Ironman-Zeit nimmt Zuser einiges mit: „Egal was man macht, man muss im Hier und Jetzt sein. Ganz gleich, ob beim Sport, bei der Familie oder im Beruf. Nur dann macht man seine Sache wirklich gut.“