Familie Schneider lieferte Volltreffer. Bei den diversen Landes- und österreichischen Meisterschaften der Trap- und Sporting-Schützen räumte der JSC Hollabrunn ab – ganz besonders die Schneider-Family.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 21. Juli 2021 (03:03)

Endlich wieder was los am Schießplatz Hollabrunn am Thernerberg. Denn 50 Schützen bestritten die niederösterreichischen Landesmeisterschaften in der Disziplin "Compak Sporting".

Dieser Bewerb ist wie "Parcours" dem Weltverband FITASC zuzuordnen. Im Unterschied zu Letzterem ist "Compak" schneller und winkeliger angeordnet, die Schützen stehen nebeneinander und schießen abwechselnd die vorgegebenen Scheiben.

Aus Sicherheitsgründen stehen die Wettkämpfer in sogenannten „Käfigen“, um die Schussrichtungen zu begrenzen. Hollabrunn war dabei der ideale Gastgeber, hat zwei der modernsten Anlagen. Der Abruf erfolgt über Mikrofone, die Abfolge der Scheiben (Anm.: Einzelziele und Dubletten) erfolgt vollautomatisch und blitzschnell kann man von einem Durchgang zum anderen diese Abfolge ändern. Die Gleichheit für alle ist natürlich gegeben.

Hollabrunner Trio holte Titel für Leobersdorf 

Nicht nur die perfekte Anlage, sondern auch die sportlichen Erfolge sorgten für strahlende Gesichter beim Gastgeberverein JSC Hollabrunn. Denn alle drei Platzierten der allgemeinen Klasse - Alexius Hardegg (aus Seefeld), Alexander Grasspointner (Straning) und Moritz Trau (Maissau) - sind Hollabrunner Mitglieder und haben hier als Junioren zu schießen begonnen. Einziger Wermutstropfen: Alle starten für den ASL Leobersdorf.

Echte JSC-Medaillen gab es aber in anderen Klassen. Den dritten Landesmeister in Folge (Anm.: nach Einzel und Mannschaft in Skeet ASK eine Woche vorher) sicherte sich der 20-jährige Florian Schneider mit tollen 88 Treffern vor Bruder Benjamin und Vinzenz Ludwigstorff aus Groß, der diesen Bewerb zum ersten Mal bestritt. Flo Schneider war danach überglücklich: „Das viele Training macht sich bezahlt, immerhin habe ich im heurigen Jahr bereits mehr als 6.000 Scheiben trainiert.“

Auch bei den Damen gingen alle drei Stockerlplätze an den JSC: Michaela Haller (Wien) gewann heuer ihren zweiten Landesmeistertitel vor der sehr talentierten Jungschützin Selina Ehn (aus Unterparschenbrunn) und Alice Wagerer (Kleinmeiseldorf). Die siebte Medaille errang Johann Pfeifer (Weyerburg), der im Stechen knapp den ersten Platz bei den Senioren II verpasste und sich mit Silber begnügen musste.

Nachdem es am Thernerberg zu Ende ging, begann schon die nächste Meisterschaft: Wieder einmal war das Bundesleistungszentrum in Leobersdorf Schauplatz einer NÖ Landesmeisterschaft. Auch zu "Olympisch Skeet"traten die Hollabrunner Junioren Benjamin und Florian Schneider an. Bei windigem Wetter, vermischt mit zeitweisem Regen, waren die Leistungen nicht besonders hoch, aber in diesem Freiluftsport muss man bei jedem Wetter antreten.

"Olympisch Skeet" ist übrigens die schwerere Variante des Skeet, jene, die auf der ganzen Welt geschossen wird und die seit den 60er-Jahren auch olympische Disziplin ist. Man darf nur einen Schuss pro Ziel abgeben, eine Runde besteht aus neun Einzelscheiben und acht Dubletten, bei denen immer zwei Scheiben zugleich geworfen werden.

Florian Schneider unschlagbar

Und der 20-jährige Hollabrunner Florian Schneider war dabei auch in dieser Disziplin nahezu unschlagbar. Egal, welche Disziplin ansteht, er ist ganz vorne und pulverisiert seine persönlichen Rekorde. Auch in Leobersdorf führte kein Weg an ihm vorbei und wie ein Schatten folgt ihm regelmäßig Bruder Benjamin (17) auf dem zweiten Platz. Es war Landesmeistertitel Nummer vier für Florian, erreicht in etwas mehr als einem Monat, und stolz präsentierte er seinem Heimverein JSC Hollabrunn seine Medaille. Am kommenden Wochenende treten die Schneider-Junioren dann wieder auf der eigenen Anlage am Thernerberg bei der Österreischischen Meisterschaft im Trap AAT an, „und würdige Gegner sind nicht in Sicht“, meint Vater Herwig.

Erstmals musste das Los entscheiden

Aber das war noch nicht alles, ebenfalls wurden vergangenes Wochenende die 54. Clubmeisterschaften des JSC ausgetragen – in altbewährter Tradition: zehn Disziplinen, in jeder nur eine einzige Runde, kein Training vorher, 205 Wurfscheiben und 20 Kugelschüsse.

„Wir hatten alles, Top-Leistungen, Dramen und glückliche Sieger“, schmunzelte Obmann Schneider. So gab es in der Disziplin Trap AAT erstmals in der Vereinsgeschichte vier Schützen mit vollen 25 Treffern. Hier konnte nur das Los entscheiden und die Dame im Feld, Margit Aumann aus Großwetzdorf, zog den Kürzeren und landete mit dem Maximalergebnis nur auf Platz vier. ASF Skeet ging an den Junior Benjamin Schneider, der als einziger 24 Treffer erreichte. Er gewann auch die Disziplin Kleinkaliber mit 95 von 100 Ringen. Bruder Florian hatte dagegen in der Junioren-Gesamtwertung die Nase vorn.

In der offenen Gesamtwertung war das Ziel klar. Es galt, den 23-fachen Clubmeister, Herwig Schneider, zu schlagen – und das gelang. Mit einer Traumleistung deklassierte Alexander Grasspointner (Straning) die Konkurrenz und siegte überlegen vor Schneider.