Mulley und Nemec: „Können jetzt mithalten“. Die beiden Retzer Daniel Mulley und Barbara Nemec konnten bei der „Kieler Woche“ mit den Top-Booten mithalten, waren sogar einmal schneller als Olympiamedaillengewinner.

Von Teresa Bruckner. Erstellt am 10. Juli 2019 (02:44)
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Zufrieden. Für den Retzer Daniel Mulley war die „Kieler Woche“ ein voller Erfolg. Auch mit absoluten Top-Booten wurde mitgehalten.

Rund 5.000 Segler aus mehr als 50 Nationen, die mit etwa 2.000 Booten ihre Wettbewerbe bestreiten – das ist die legendäre „Kieler Woche“, eine jährlich stattfindende Regatta in Norddeutschland, die zu den größten Segelsportereignissen der Welt zählt.

Mit dem Retzer Duo Daniel Mulley und Barbara Nemec hieß es auch für zwei Weinviertler „Leinen los“.

Nachdem die Vorfreude riesengroß war, begann die Zeit an der Ostsee aber alles andere als gut: Mulleys Knie machte Probleme. Daher hieß es, bis zum Beginn der Regatta fit zu werden. Nachdem seine Knieprobleme abklangen, stand einem Start im Olympiazentrum Schilksee nichts mehr im Weg.

Beide arbeiteten im Vorfeld viel an der mentalen Komponente und Einstellung zum Segeln. „Zuvor war einfach sehr viel Druck dahinter und damit umzugehen, musst du lernen. Man darf einfach den Spaß am Segeln nicht verlieren“, erklärte Mulley.

Das sollte sich auszahlen, starteten Mulley/Nemec doch gut und lagen zwischenzeitlich sogar auf Rang zwei in ihrer Klasse Nacra 17 Mix (Anm.: ein Katamaran, der für das leistungs orientierte Segeln entworfen wurde). „Darauf sind wir richtig stolz, weil es eben kein Glück war. Das ist eine tolle Erfahrung gewesen und hat gezeigt, dass sich das harte Training auszahlt.“

Vilamoura Sailing

Außerdem hatten sie ein „Scherzziel“ ausgegeben: Die beiden Segler wollten in einer Wettfahrt vor ihren österreichischen Teamkollegen Thomas Zajac und Barbara Matz landen. Zajac gewann 2016 die olympische Bronzemedaille in Rio de Janeiro.

Das sollte einmal gelingen, als die Retzer Zehnte und Zajac/Matz nur Zwölfte wurden. „Es war ihre schlechteste Wettfahrt und unsere beste, aber es zählt“, grinste Mulley. Am Ende hatte das rot-weiß-rote Top-Duo Grund zum Lachen, da es den Sieg holte.

Und die Bezirks-Asse? Mulley landete mit Nemec auf Rang 17 und bilanzierte: „Das Positivste, was wir aus der Regatta mitnehmen: Wir können jetzt nach einem Jahr hartem Training – und davon vier Monate wirklich intensiv – mithalten.“