Selbstversuch: Autocross-Rennen für blutige Anfänger. Am Hollabrunner WRT-Ring soll Neulingen der Motorsport schmackhaft gemacht werden – ein NÖN-Selbstversuch.

Von Cornelia Grotte. Erstellt am 27. September 2017 (02:26)
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Mittendrin. NÖN-Reporterin Cornelia Grotte vor ihrem ersten Start beim Sieben-Stunden-Rennen.

(Fotos zum Rennen siehe unten)

Im weißen Volvo fahre ich, so schnell es geht, um die Kurve. Die Strecke ist matschig und holprig. Ich merke, wie der Wagen ausbricht. Geschockt versuche ich, das Auto wieder in die richtige Spur zu bringen. Irgendwie schaffe ich es um die Kurve.

Motorsport und Autocross kannte ich bis vergangenen Samstag nur aus dem Fernsehen und von Computer-Spielen. Dank dem WRT-Hollabrunn bin ich seitdem um eine Erfahrung reicher. Die Sieben-Stunden-Trophy am Samstag richtet sich vor allem an Autocross-Anfänger, erklärte mir WRT-Obmann Daniel Fischer und bot mir prompt an, mitzufahren. Als blutiger Anfänger wollte ich mir den Spaß nicht entgehen lassen und mich der Herausforderung stellen.

Dafür stand ich am Samstag pünktlich um 8.30 Uhr auf dem WRT-Ring bereit. Dieser ist noch völlig leer. Neben der Kantine steht schon ein Wagen bereit. Ihn umkreisen zwei WRT-Mitarbeiter mit Klemmbrettern in der Hand. Sie machen die technische Abnahme.

Gestartet wird im „Le Mans-Stil“

Ich mache mich auf die Suche nach Fischer und finde ihn, als er aus der Kantine tritt. Kurz darauf lerne ich auch meinen Teamkollegen Manfred Kotar kennen. Gemeinsam führt uns der WRT-Obmann zu dem Auto, welches wir für das Rennen vom Mitveranstalter Georg Gschwandner zur Verfügung gestellt bekommen. Im Fahrer

lager erwartet uns ein weißer Volvo. Bis auf das Nötigste, um das Auto zu fahren, ist alles ausgebaut. Dort, wo sich der Beifahrersitz befinden sollte, ist ein Feuerlöscher montiert. „Wenn der Wagen brennt, dürfen wir uns zuerst retten, oder?“, meint mein Teamkollege mit einem Schmunzeln. Mir wird etwas flau im Magen. Bei der Fahrerbesprechung wird noch einmal das Reglement durchgegangen.

Danach wird ein Transponder, der die Rundenanzahl messen soll, am Wagen montiert. Zur Probe werden zwei Runden gefahren. Nach einigen Problemen mit den Transpondern werden die Autos zum Start geparkt. Die Fahrer stehen ihren Fahrzeugen gegenüber. Gestartet wird im klassischen „Le Mans-Stil“. Bald beginnt das Rennen. Ich setze meinen Helm auf, ziehe die Handschuhe an. Mit dem Tröten des Startsignals beginnt das Rennen.

Auto rutscht, aber ich gehe nicht vom Gas

Alle Fahrer stürzen auf ihre Autos zu und starten los. Zuerst geht es um eine 180-Grad-Rechtskurve. Es folgt eine S-Kurve mit ordentlich viel Matsch und Bodenunebenheiten. Mein Auto rutscht, aber ich gehe nicht vom Gas. Nach einer weiteren Kurve kommt ein gerades Stück, dann eine weitere Kurve zurück auf die Start/Ziel-Gerade. Zehn Runden fahre ich bis zum ersten Wechsel. Wobei ich mich in der S-Kurve einmal in die Böschung eingebaut habe. Dann ist mein Teamkollege Manfred am Zug.

So wechseln wir uns die sieben Stunden alle zwanzig bis dreißig Minuten ab. Dazwischen erfolgen ein Reifenwechsel und das Tanken. Zweimal lässt sich auch WRT-Obmann Fischer hinreißen und steigt für ein paar Runden in den Volvo.

Der Profi zeigt uns, wie es geht, und überholt mit bewundernswerter Kaltschnäuzigkeit die Konkurrenz. Ich merke bei jeder gefahrenen Runde, wie ich mir mehr zutraue und Spaß am Fahren finde. Die letzten dreißig Minuten fährt mein Teamkollege und bringt das Auto ins Ziel. Team RTD bleibt vor Alois Matuschek und MSC St. Oswald auf Platz eins. Wir schaffen den guten siebten Platz.

Mein Fazit: Beim Sieben-Stunden-Rennen können Autocross-Anfänger erste Rennluft schnuppern. Man lernt seine Grenzen und die des Autos kennen und auszureizen. Spaß und Action sind auf jeden Fall gegeben. Auch wenn man mit den Profis natürlich nicht mithalten kann.