UHC Hollabrunn: Pizza und Bier als Belohnung. Die Hollabrunner Herren lachen nach drei Punkten aus den zwei Spielen der „englischen“ Woche von der Tabellenspitze.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 03. Februar 2021 (00:58)
Applaus, Applaus! In Hollabrunn freut man sich über die Tabellenführung.
Simperler

Der Wetteinsatz ist klar definiert: Immer dann, wenn die Mannen des UHC Hollabrunn ein Heimspiel gewinnen, gibt es am Montag darauf eine Pizza von Manager Gerhard Gedinger nach dem Training. Nach der englischen Woche – mit Sieg über Korneuburg am Mittwochabend und einem Remis in Wien Atzgersdorf am Samstag – gab es zusätzlich noch eine Kiste Bier. Mit drei Siegen und einem Unentschieden stehen die Hollabrunner erstmals in dieser Spielzeit auf Platz eins.

„Ich glaube, ich muss mein Spesenkonto erhöhen. Das wird mir sonst auf Dauer zu teuer“, schmunzelt Gedinger. Nach elf von 18 Spielen des Grunddurchgangs steht der UHC dort, wo er auch am Saisonende stehen will – nämlich ganz oben. Warum die Laune bei den Weinviertlern so gut ist, hat gleich mehrere Gründe:

1) Die Transferpolitik

Bereits im Sommer prophezeite Gedinger, dass man mit den Verpflichtungen von Vlatko Mitkov und Kevin Wieninger den Rückraum mit sechs Spielern ideal besetzt hätte. Wie recht er doch hatte. Denn ein Grund für den Erfolgslauf ist, dass selbst die Ausfälle von Wieninger und „Scharfschütze“ Kristof Gal derzeit kaum ins Gewicht fallen. Oder wie es Gal gegen Korneuburg mit einem Lächeln auf den Lippen auf den Punkt brachte: „Ihr braucht mich ja gar nicht mehr.“

Mitkov bewies zum Beispiel gegen Korneuburg gleich in zwei heiklen Unterzahlphasen seine neue Rolle als „Chef“ und übernahm Verantwortung. „Bei ihm merkst du, dass er ein Leben lang Profi ist“, lobte Gedinger. Einziger Wermutstropfen: Er zog sich dabei ein „Ziagerl“ zu und dürfte im Heimspiel gegen die Fivers Margareten II fehlen. „Wir wollen bei ihm auf gar keinen Fall etwas riskieren“, so Gedinger.

Wieninger wurde übrigens Anfang der Woche operiert bzw. unterzog sich am Meniskus einer Arthroskopie und wird den Bezirkshauptstädtern vier bis sechs Wochen fehlen. Damit sollte er in der heißen Saisonphase wieder zur Verfügung stehen.

2) Die „Jungen Wilden“

Coach Ivica Belas rotierte am Anfang dieser Spielzeit viel, weshalb vielleicht der eine oder andere Punkt abgegeben wurde. Jetzt beweisen die Nachwuchsspieler aber, dass Belas Vertrauen in sie absolut gerechtfertigt ist. Da geht es nicht nur um Spieler wie Goalie Michael Nebenführ oder Luca Urbani, sondern auch um blutjunge Akteure wie den 19-jährigen Kreisläufer Tobias Parzer, der im Derby sein erstes Bundesligaspiel absolvierte. „Er erinnert mich in seiner Art an Nationalspieler Tobias Wagner“, zieht Gedinger einen äußerst vielversprechenden Vergleich.

3) Die schwächelnden Gegner

Vor dem Re-Start hatten die beiden steirischen Top-Teams Leoben und BT Foxes einen satten Punktepolster auf Hollabrunn, der jetzt im Jänner schmolz wie der Schnee. Das liegt auch daran, dass Leoben zum einen mit dem Verletzungsteufel zu kämpfen hat und es bei Bruck/Trofaiach im Mannschafsgefüge nicht passt bzw. knirscht.

Das soll zwar die Leistung der Hollabrunner nicht schmälern, ist aber sicher ein Mitgrund für Platz eins. Vor einem Umstand zittert Gedinger aber noch: „Beide Vereine sind dafür bekannt, in solchen Phasen noch einmal ordentlich aufzurüsten.“ Sprich einen starken Legionär zu holen bis zum Ende der Transferzeit Ende Februar. Das wäre bei den Steirern nicht das erste Mal ...