UHC Hollabrunn war auf „Safari“. Der UHC gewann das Schlagerspiel in Bad Vöslau. Den Jaguaren wurden die Zähne gezogen und Platz eins verteidigt.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 17. Februar 2021 (00:04)
Und wieder ein UHC-Tor: Goran Vuksa (r.) jubelt nach einem Treffer, während Vöslau-Goalie Mario Dubovecak den Ball aus dem Netz holt.
Stephan Woldron

Zuerst Füchse (Anm.: Bruck/Trofaiach Foxes), dann Falken (St. Pölten) und am vergangenen Samstag Jaguare (Vöslauer Jags) – die Hollabrunner „Großwildjäger“ sind weiter erfolgreich, feierten im sechsten Spiel 2021 den fünften Sieg und verteidigten mit dem klaren Auswärtssieg in Bad Vöslau die Tabellenführung in der Bundesliga.

„Mit diesem Erfolg haben wir einen echten Volltreffer gelandet“, blieb UHC-Manager Gerhard Gedinger in der Jägersprache. Warum den Jaguaren die Zähne gezogen wurden, und weshalb man jetzt selbst der große Gejagte ist, in der großen NÖN-Analyse:

Das Zielwasser getrunken

Auch wenn diesmal Vlatko Mitkov mit neun Toren der beste Werfer war, ist Spielmacher Anze Kljajic Mann der Stunde bei den Hollabrunnern. Unbeirrt kurbelte Kljajic im Angriff, setzte seine Nebenleute dabei geschickt ein und glänzte selbst als Vollstrecker. 2021 war er in jedem Match unter den Top zwei der UHC-Torschützen zu finden.

Gedinger weiß, warum der 30-jährige Slowene derzeit in Topform ist: „Seine Routine ist ein großer Vorteil und das Zusammenspiel mit Vlatko ist nahezu blind.“ Zudem wird er aktuell von Coach Ivica Belas sehr gezielt eingesetzt und muss nicht mehr – wie früher – 60 Minuten durchspielen und Vollgas geben. Dadurch halten sich auch seine kleinen Verletzungen, die in seinem Alter normal sind, in Grenzen.

Die Löffel gespitzt

Gleich mehrmals gab es im Schlager heikle Situationen in der Vöslauer Thermenhalle. Situation Nummer eins: Bereits in der ohnehin verpatzten Anfangsphase ereilte das UHC-Team – zusätzlich zu den aktuellen Ausfällen von „Scharfschütze“ Kristof Gal und Kevin Wieninger – der nächste Nackenschlag: Linksaußen Sebastian Burger verdrehte sich bei einer Aktion unglücklich das Knie und musste für den Rest des Derbys passen.

Am Montag hatte der 26-Jährige einen MR-Termin bei Vereinsarzt Günther Nics. Die Diagnose war allerdings niederschmetternd: Meniskusriss. „Er muss jetzt zügig operiert werden und fällt danach sechs bis acht Wochen aus, extrem bitter“, seufzt Gedinger. Zwar war dieser Ausfall ein echter Wermutstropfen, jedoch wurde Burger an diesem Abend von seinem „Ersatz“ Luca Urbani würdig vertreten. Von fünf Versuchen machte er vier Treffer. „Es macht sich immer mehr bezahlt, dass Ivo (Anm.: Trainer Belas) in den letzten Wochen und Monaten auch den jungen Spielern ihre Einsatzminuten gönnte. Sie entwickeln sich immer besser“, freut sich Gedinger.

Situation Nummer zwei: In der Crunchtime bewies Tormann Matthias Meleschnig einmal mehr, dass er zu den Besten seines Faches in der Bundesliga zählt. Seit seiner Rückkehr von seiner Beinverletzung spielt er in absoluter Hochform.

Die Lunte gerochen

Ein Kompliment geht diesmal auch ans Trainerteam, das einmal mehr die richtige Antwort auf die verschiedenen Varianten des Gegners parat hatte. So versuchten die Hausherren Belas und Co. immer wieder zu verwirren, allerdings hatte der Chefstratege im UHC-Polo immer die passende Antwort parat. „Und damit wesentlichen Anteil am Erfolg“, lobte Gedinger.

Vor allem die Trainingsleistung seit dem Re-Start im November trägt wesentlich zum aktuellen Erfolgslauf teil. „Alle haben hervorragend gearbeitet, wir sind körperlich echt gut drauf“, strahlt Gedinger.

Am Drücker sein

Zeit zum Ausruhen bleibt den Hollabrunnern aber nicht: Bereits diesen Mittwoch steht das nächste Derby am Programm. In der Weinviertelarena trifft man auf Bezirksnachbar Tulln – aktuell Tabellenletzter. Mit den Rosenstädtern hat man noch eine Rechnung offen, hat man das Hinspiel doch nach einer sehr pomadigen Leistung verloren.

Und am Samstag muss man nach Graz, zum Vorletzten, der aber aus den letzten fünf Spielen gleich vier Siege einfuhr, zuletzt daheim gegen Korneuburg. „Das wird eine harte Nuss, die es zu knacken gilt. Auf dem Papier schauen diese Aufgaben leichter zu lösen aus, als es in der Realität wohl sein wird. Am Ende wird es wieder eine Kopfsache werden“, glaubt Gedinger.