Footballerin aus Hollabrunn: Mit Crowdfunding zur EM. Bei der Damen-EM wird mit Teresa Müllebner eine Hollabrunnerin am Feld stehen. Crowdfunding für Finanzierung läuft.

Von Ulrike Grünauer. Erstellt am 03. Juli 2019 (02:49)
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Mit vollem Körpereinsatz. Teresa Müllebner (r.) wird bei der Damen-Football-Europameisterschaft mit dem Nationalteam alles geben.

American Football zählt in unseren Breitengraden eher nicht zu den viel betriebenen Sportarten – und erst recht nicht bei den Damen. Doch für Teresa Müllebner aus Hollabrunn ist dieser Vollkontaktsport eine wahre Leidenschaft.

Umso erfreulicher ist es, dass die 27-Jährige im Kader des Österreichischen Nationalteams steht und somit an der Damen-Football-Europameisterschaft von 12. bis 17. August in Leeds (England) teilnimmt. Doch wie kam sie zu dieser Sportart?

„Man nennt den Sport nicht umsonst auch Schach am Rasen“

Die ehemalige Handballerin des UHC Hollabrunn verschlug es zum Studieren nach Wien und sie suchte eine Alternative zum Handballsport. So landete sie nach einem Probetraining vor sieben Jahren bei den Vikings, einem der beiden großen Wiener Football-Vereine. 2015 wurde sie ins Nationalteam einbe rufen, wo die Studentin – wie bei den Vienna Vikings – die Position „Defensive Back“ spielt. Während sie vom Football-Verein aus dreimal die Woche Training hat, wird für das Nationalteam in Camps trainiert.

American Football hat für Müllebner einen besonderen Reiz: „Es ist athletisch und mental sehr anspruchsvoll. Man nennt es nicht umsonst auch Schach am Rasen, da es ein taktisches Spiel ist, das nicht langweilig wird. Auch jetzt lerne ich immer noch Neues dazu.“

„Geld sollte kein Kriterium sein, nicht an der Europameisterschaft teilnehmen zu können.“Teresa Müllebner hofft auf Unterstützung.

Die Frage, ob American Football brutaler als andere Sportarten sei, verneint die 27-Jährige: „Man weiß, was auf einen zukommt, und man lernt, wie man tackelt. Außerdem tragen wir ja spezielle Schutzkleidung – und verletzen kann man sich überall.“ So sehr sich das Team rund um Headcoach Cameron Frickey auch über die Teilnahme an der EM freut: Es gibt leider einen Haken.

Da die Fördermittel für American Football in Österreich begrenzt sind, müssen die Spieler innen, die teilweise noch zur Schule gehen oder studieren, und die Betreuer den Großteil der Kosten selbst tragen. Ein Crowdfunding-Projekt soll helfen, finanzielle Unterstützung zu bekommen, denn: „Geld sollte kein Kriterium sein, nicht an der Europameisterschaft teilnehmen zu können. Es sollten diejenigen dabei sein, die die Besten in dieser Sportart sind, und nicht nur die, die es sich auch finanziell leisten können.“