Erstellt am 11. Februar 2014, 23:59

von Bernd Dangl

„Wir steigen ganz sicher nicht ab“. Interview / Christian Rauchhofer, Neo-Trainer des FK Hollabrunn, verrät im NÖN-Gespräch, warum er an den Klassenerhalt glaubt.

Von Bernd Dangl

NÖN: Sie haben den FK Hollabrunn am vorletzten Tabellenplatz der Gebietsliga Nord/Nordwest in der Winterpause übernommen. Wie lautet Ihre Bestandsaufnahme nach den ersten Vorbereitungswochen?
Christian Rauchhofer: Es läuft alles bestens, die Mannschaft ist intakt. Jeder zieht voll mit und ist fokussiert. Wir haben mit vielen konditionellen Einheiten begonnen, denn: Wer nicht die Kraft hat, der kann auch nicht Fußball spielen.

Die ersten Tests gegen Teams aus der 1. Klasse gingen aber verloren. Gar nicht beunruhigt?
Rauchhofer: Überhaupt nicht! Die Ergebnisse sind für mich völlig belanglos – egal ob wir 6:0 gewinnen oder 5:0 verlieren. Das Spielerische kommt erst noch.

Mit der Verpflichtung des ehemaligen Wunderkindes Nikon El Maestro hat der FK ja für Aufsehen gesorgt. Sie haben den Deal eingefädelt – wie kam‘s dazu?
Rauchhofer: Als Nikon seinerzeit nach Österreich und zur Austria kam, war ich in der U11 sein Trainer. Und: Seit dem Vorjahr ist er auch mein Schwager. In Hollabrunn soll er wieder aufgebaut werden, um dorthin zurückzukommen, wo er eigentlich hingehört.

Wo gehört er denn Ihrer Meinung nach hin?
Rauchhofer: Vielleicht nicht nach Salzburg oder zur Austria. Aber nehmen wir beispielsweise Ried, wo ein Toni Vastic spielt, der derselbe Jahrgang wie Nikon ist. Das Minimum für ihn muss aber die Erste Liga sein. Bei Vereinen wie Vienna oder Horn könnte er überall spielen.

Mit seinem zehn Jahre älteren Bruder Nestor kam ja noch ein zweiter „El Maestro“ …
Rauchhofer: Nestor war ja quasi noch in Hollabrunn gemeldet. Vor vielen Jahren – bevor er als Trainer nach Valencia ging – hatte er seinen Pass beim SC Hollabrunn, er ist noch immer spielberechtigt. Wenn er Zeit hat, wird und kann er uns auch helfen.

Mit Stephan Koudela kam noch ein dritter Neuer, der große Umbruch blieb aber aus. Hatten Sie sonst gar keine personellen Wünsche mehr?
Rauchhofer: Jeder Trainer – von der untersten Klasse bis hin zur englischen Premier League – wünscht sich am Ende der Transferzeit noch zwei, drei weitere Spieler. Man muss aber mit den Voraussetzungen auskommen und dann das Beste daraus machen.

„Das Beste daraus machen“ heißt in Ihrem Falle wohl den Klassenerhalt schaffen …
Rauchhofer: Das ist richtig. Ich gehe fix davon aus, dass uns der auch gelingt. Ansonsten würde ich mir diesen Aufwand, viermal die Woche von Wien nach Hollabrunn zu fahren, erst gar nicht antun. Es geht mir bei dieser Aufgabe nicht darum, Geld zu verdienen, sondern ich möchte ein sportliches Ziel erreichen. Daher sage ich: Wir steigen am Saisonende ganz sicher nicht ab.