Jetzt geht‘s für die Eggenburgerinnen um das Finale. Am Samstag kämpfen die Eggenburgerinnen gegen Atzgersdorf um das ÖHB Cup-Finale.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 07. April 2021 (00:44)
Zuletzt konnten Marina Schretzmeier (Mitte) & Co. den Klassenerhalt in der „Women Handball Austria“ fixieren. Am Samstag könnte für die Eggenburgerinnen mit dem Einzug ins ÖHB Cup-Finale die Krönung einer tollen Saison gelingen.
Karl Stöger

Tibor Csoka ist fokussiert und er wirkt entschlossen. „Ja, das ist das „Spiel des Jahres“. Das kann man durchaus so sagen“, meint er auf die Frage, ob die Partie am Samstagabend (19 Uhr) gegen Atzgersdorf das Highlight der Saison sei. Noch nie kamen die Eggenburgerinnen im ÖHB-Cup so weit wie diesmal. Nur noch eine Hürde trennt sie vom Final-Einzug. Leicht wird diese Aufgabe aber nicht. Mit Atzgersdorf wartet der aktuelle Tabellenzweite der WHA. Beide Meisterschaftsduelle gingen an die Wienerinnen. Bei der 21:30-Niederlage am 6. März hielten die Eggenburgerinnen aber über weite Strecken gut mit, scheiterten vorwiegend an ihrer eigenen Chancenverwertung.

Hoffen auf die Sensation. „Uns kann eine Überraschung gelingen“, sagt Trainer Csoka. Bereits vor dem Viertelfinale gegen die MGA Fivers hatte der Routinier dieses Gefühl und sollte damit recht behalten. Csoka weiß aber: „Wir sind Außenseiter.“

Diese Rolle nimmt im Verein jeder an. Von der Mannschaft, bis hin zur Funktionärsriege. Bereits zuletzt meinte aber Manager Thomas Ableidinger: „Wenn wir einen ganz guten Tag erwischen, Atzgersdorf vielleicht einen schlechteren, dann können wir das schaffen.“ Csoka weiß, dass es mehr als die üblichen „einhundert Prozent“ benötigen wird: „Wir brauchen unsere Egge-Power und müssen über alle Schmerzen gehen.“

„Wir brauchen unsere Egge-Power und müssen über alle Schmerzen gehen.“Tibor Csoka, Trainer UHC Eggenburg

Mit einem Sieg würden die Eggenburgerinnen Waldviertler Handball-Geschichte schreiben, denn: Setzt sich Liga-Dominator Hypo NÖ, dem der Meistertitel kaum zu nehmen sein wird, im zweiten Halbfinale (Samstag, 16 Uhr) erwartungsgemäß gegen Ferlach/Feldkirchen durch, wären die Eggenburgerinnen bei einem Finaleinzug für den Europacup qualifiziert. Noch ist das Zukunftsmusik, will sich der Verein auch erst damit befassen, sollte dieser Fall tatsächlich eintreten. Manager Ableidinger sprach zuletzt gegenüber der NÖN davon, dass dies eine hohe finanzielle Hürde wäre. Sei‘s drum – jetzt gilt es für die Eggenburger Frauen, überhaupt erst einmal die Basis für diese Gedanken zu schaffen. Positiv: Trainer Tibor Csoka kann personell aus dem Vollen schöpfen. „Natürlich haben wir einige Schlüsselspielerinnen. Zuletzt haben wir aber gezeigt, dass wir zwei gleichwertige Sechser-Formationen bringen können.“

Intensive Einheiten. Bei der Vorbereitung auf den Cup-Hit, der ohne Zuschauer stattfinden muss, gibt Csoka Vollgas: Auch am Ostermontag wurde trainiert, am Dienstag zwei Einheiten eingelegt. „Nicht immer steht nur Handball im Vordergrund, sondern auch die Kraft“, sagt der Trainer.

Generalprobe Meisterschaft. Am Karsamstag waren die Eggenburgerinnen noch in der Meisterschaft im Einsatz. Dort kann der UHC mittlerweile ohne Druck spielen, nachdem der Klassenerhalt bereits in trockenen Tüchern ist. Gegen den Tabellensechsten MGA Fivers, der ja zuletzt im Cup-Viertelfinale eliminiert wurde, hielten die Eggenburgerinnen voll mit. Am Ende mussten sie sich knapp mit 28:32 geschlagen geben. Csoka war mit der ersten Hälfte „zufrieden“, sah den entscheidenden Nachteil zu Beginn der zweiten Halbzeit. „Hier waren wir in der Deckung nicht so konsequent und haben generell zahlreiche Aufgaben nicht gut genug gelöst.“ So lief Eggenburg in einen Sechs-Tore-Rückstand, der in den letzten zehn Spielminuten nicht mehr aufholbar war.

Positiv: Csoka ließ den gesamten Kader auflaufen und auch jenen Akteurinnen genug Spielzeit zukommen, die zuletzt weniger Einsatzminuten hatten.