Lukas Hutecek: „Held“ einmal anders. Der Eggenburger Lukas Hutecek zeigte vor kurzem bei der Euro auf. Nun packte er im Supermarkt-Lager an und hält sich zu Hause mit seinem Bruder Sebastian fit.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 01. April 2020 (04:00)
Gemeinsam mit seinen Fivers-Kollegen Marijan Rojnica (l.) und Philip Gangel (r.) war Lukas Hutecek im Rewe-Zentrallager tätig.
privat

Vor wenigen Wochen sorgte der Eggenburger Lukas Hutecek (19) für Furore bei der Handball-Europameisterschaft in Wien. Als jüngster Spieler Österreichs zeigte er wiederholt sein enormes Potenzial, galt als „Shooting-Star“ der heimischen Szene.

Zuletzt mutierte der Spieler der Fivers Margareten, aber zu einem Helden der anderen Art. Im Rahmen seines Präsenzdienstes wurde er zu einem Corona-Assistenzeinsatz ausgeschickt, musste gemeinsam mit anderen Grundwehrdienern im Lager eines großen Lebensmittelkonzerns mitwerken. In der Nachtschicht wurden etwa Waren von LKW‘s abgeladen, auf anderen, die schließlich die Filialen belieferten, wieder aufgeladen. Auch andere Profi-Sportler wie etwa die Kicker Kelvin Arase (Ex-Horner, nun Rapid) oder Nicolas Meister (SKN St. Pölten), die ebenfalls gerade ihren Präsenzdienst ableisten, waren in diesem Lager engagiert.

„In den vergangenen Wochen ist so viel passiert. Zunächst die Euro, dann die Grundausbildung beim Bundesheer, jetzt das Virus …“, versucht Hutecek, die Ereignisse einzuordnen. In dieser schweren Zeit zu helfen, war für Hutecek „eine Selbstverständlichkeit“. Dass die Handball-Meisterschaft ein jähes Ende genommen hat, beschäftig einen Profi natürlich. Via Skype steht er mit den Mannschaftskollegen im Austausch, zuletzt wurde der Geburtstag von Teamkollegen Tobias Wagner virtuell gefeiert.

Fit hält sich Hutecek beim Laufen, Krafttraining und Einheiten im Garten – und das gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian (21), HLA-Spieler bei Bärnbach/Köflach. Der reiste nach Meisterschaftsstopp sofort heim nach Eggenburg, macht sich ebenso bereits Gedanken über seine sportliche Zukunft. Zuletzt wechselte Sebastian Hutecek den Manager, sondierte vor der Krise Angebote aus Österreich und Deutschland. Das liegt vorerst auf Eis. „Man muss jetzt ohnehin abwarten, wie sich die Coronakrise entwickelt. Es ist ja auch für die Vereine keine leichte Situation.“

Genauso sieht es auch Lukas Hutecek, der als Ziel immer ein Auslands-Engagement angab. „Wichtig ist, dass ich trotzdem fit bleibe. Wenn es im Sommer noch nicht mit einem Wechsel klappt, bin ich ja danach noch immer weiterhin jung“, hofft er für die Zukunft.