ÖHB-Nationalteam: Hutecek ist „on fire“. Österreich qualifizierte sich mit Heimsieg über Bosnien für die EM 2022. Für den Eggenburger Lukas Hutecek (20) ist das bereits das dritte Großereignis in Serie.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 05. Mai 2021 (00:28)
Lukas Hutecek, Superstar: Der Eggenburger wuchs in Österreichs Nationalteam einmal über sich hinaus und war einer der Matchwinner beim Sieg über Bosnien. Damit qualifizierte sich die ÖHB-Auswahl für die Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei.
APA/Erwin Scheriau

Zwei Siege aus den verbleibenden zwei Spielen mussten her. Nur so konnte das österreichische Nationalteam das Ticket für die kommende Europameisterschaft, die von 14. bis 30. Jänner 2022 in Ungarn und der Slowakei stattfindet, lösen. Nach dem 31:27-Erfolg in Estand, legte die ÖHB-Auswahl am Sonntag mit einem 27:23-Heimsieg über Bosnien nach und schaffte die Qualifikation. Zweimal im Fokus: Lukas Hutecek, der insgesamt elf Treffer beisteuerte.

Euro 2020, WM 2021, Euro 2022. Eine sensationelle Bilanz für einen 20-Jährigen, oder?

Lukas Hutecek: Es ist wirklich ein Wahnsinn, was ich in meinem jungen Alter erleben darf. Ich bin jetzt 20 und habe mein drittes Großereignis vor mir. Die Freude ist riesig.

Wie groß war der Druck vor den Entscheidungsspielen?

Hutecek: Der Druck war enorm. Vor allem vor dem letzten Spiel gegen Bosnien. Es war ja ein richtiges Finale. Wir wussten, dass wir bei der Euro dabei sind, wenn wir gewinnen – und wir wollten unbedingt gewinnen.

Obwohl Sie erst im Jänner 2020 im Nationalteam debütiert haben, sind Sie schon ein absoluter Führungsspieler. Wie nehmen Sie Ihre Rolle wahr?

Hutecek: Es gibt viele Leistungsträger und Führungsspieler. Natürlich freut es mich, dass ich in diese Rolle hineingewachsen bin. Aber Routiniers wie ein Robert Weber oder Seppo Frimmel unterstützen mich sehr dabei. Auch der Trainer steht voll hinter mir. Dieses Vertrauen tut gut, davon profitiere ich.

Dabei haben Sie nach Ihrer Finger-Operation zuletzt fünf Wochen pausiert …

Hutecek: Die ersten Trainings waren noch ungewohnt. Schmerzen habe ich aber keine, wobei ich mich noch in der Beweglichkeit beeinträchtigt fühle. Ich bin selbst überrascht, dass es so gut geklappt hat – trotz dieser längeren Pause.

Können Sie aus heutiger Sicht schon einschätzen, was für Österreich bei der Euro möglich ist?

Hutecek: Ich denke, dass das noch etwas zu weit weg ist. Wir müssen die Auslosung abwarten usw … Wenn Niko Bilyik (Anm.: Österreichs Top-Star fehlt derzeit verletzt) wieder zurück ist, sind wir noch stärker und wesentlich unberechenbarer. Damit steigen auch unsere Chancen.

Die Chancen sollten auch steigen, dass bei der Euro wieder Zuseher dabei sind …

Hutecek: Wir alle wünschen uns, dass das bald wieder möglich sein wird. Da die Euro in Ungarn und der Slowakei und damit in Österreich-Nähe stattfindet, möchten sicher viele unserer Fans live dabei sein.

Mit den Fivers Margareten starten Sie in der Liga gegen Westwien ins Viertelfinale. Wie sehen die Ziele für die restliche Saison aus?

Hutecek: Vorm Saisonstart haben wir uns ein klares Ziel gesetzt. Das lautete „Meistertitel“. In der Bonusrunde ist es für uns nicht so gut gelaufen, sodass die Ausgangsposition nicht einfach ist. Generell ist die Liga sehr ausgeglichen und jeder kann jeden schlagen.

Sie wechseln im Sommer zu Lemgo in die Deutsche Bundesliga. Wie groß ist die Vorfreude?

Hutecek: Die ist natürlich groß. Ich habe bereits eine Wohnung und mir auch schon Möbel bestellt. Der Verein ist mir sehr behilflich. Die Übersiedlung ist für Mitte Juli geplant. Die Vorbereitung startet dann Ende Juli/Anfang August.