SV Horn feuert Willi Schuldes. Nach der sportlichen Talfahrt trennte sich der SV Horn von Trainer Willi Schuldes. Christoph Westerthaler übernahm.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 30. September 2014 (09:20)
Der Neue und der Alte. Willi Schuldes (rechts) musste nach der siebenten Saisonniederlage der Horner als Trainer abtreten, sein bisheriger Co, Christoph Westerthaler (links) übernahm den Job.
NOEN, Karl Stoeger
Knalleffekt zu Montagmittag: Der SV Horn trennte sich von Trainer Willi Schuldes (46) und präsentierte mit dem bisherigen Co-Trainer Christoph Westerthaler (49) auch gleich den Nachfolger. Schuldes, der nach der 0:2-Pleite gegen den FAC, der dritten Liga-Pleite aus den jüngsten vier Spielen sowie nach dem Cup-Aus massiv angezählt war, sieht das als logischen Schritt.

Schuldes will „das Beste für die Mannschaft"

„Irgendwann muss der Verein handeln. Da du nie zehn Spieler austauschen kannst, muss meistens der Trainer als Erster dran glauben.“ Er selbst sei, in seiner zusätzlichen Funktion als Sportchef, in die Vorgehensweise miteingebunden gewesen. „Vielleicht nimmt dieser Wechsel jetzt etwas Druck von der Mannschaft.“

Schuldes gibt sich profihaft: „Persönliche Eitelkeiten sind hier fehl am Platz. Es geht darum, was das Beste für die Mannschaft ist. Und die braucht dringend Punkte.“ Persönlicher wird der Ex-Trainer schon, wenn es um Aussagen von Fans via Social Media oder Zurufe von der Tribüne geht: „Wenn meine Familie im Stadion ist und hier aggressive Beschimpfungen kommen, dann ist das nicht normal.“

Nachsatz: „Das gibt‘s in keiner anderen Berufssparte außer beim Fußball, dass man so direkt beleidigt wird.“ Sportchef – und somit auch Vorgsetzter seines Nachfolgers – möchte Schuldes aber bleiben.

Osman Bozkurt wurde verpflichtet

Das lässt SV Horn-Boss Thomas Kronsteiner vorerst noch offen. „Darüber werden wir in den nächsten Tagen beraten.“ Die sportliche Talfahrt habe ihn aber zum Handeln gezwungen: „Wir haben zusammen analysiert und sind zum Entschluss gekommen, dass wir einen Trainerwechsel durchführen müssen.“ Die zuletzt gezeigten sportlichen Leistungen seien nicht akzeptabel gewesen.

Das sieht auch Kapitän Aleksandar Djordjevic so: „Wir sind alle enttäuscht, dass es nicht läuft. Das kann nicht unser Anspruch sein. Ich kann die Fans verstehen, wenn sie sauer sind.“ Der Routinier erinnert an die Vorsaison: „Da hatten wir auch schwierige Phasen und haben es jedes Mal geschafft.“ Dem neuen Trainer sichert Djordjevic im Namen der Mannschaft vollen Einsatz zu: „Für Gischi geben wir alles …“

Neo-Coach: „Es wird aufwärts gehen“

Der Neo-Coach möchte das Schiff schnell wieder auf Kurs bringen. „Ein Sieg in Hartberg wäre super.“ Er selbst fühle sich für die Aufgabe reif, fügt aber an: „Für den Willi tut es mir leid. Der beste Trainer kann nichts tun, wenn ein Spieler aus zwei Metern nicht das leere Tor trifft.“ Der ehemalige Bundesliga-Schützenkönig, Teamstürmer und Deutschland-Legionär setzt auf die Mannschaft: „Sie gibt alles – es wird aufwärts gehen.“

Dabei mithelfen soll Osman Bozkurt. Der zuletzt vereinslose 30-jährige Stürmer, der zuvor in St. Pölten kickte, wurde am Montagnachmittag verpflichtet. „Er hat drei Monate nicht gespielt“, erwartet sich Westerthaler vorerst keine Wunderdinge. „Aber er wird uns hoffentlich helfen.“