Mit Lkw kollidiert: „Iron Alex“ holte trotzdem Silber!. Alexander Frühwirth fuhr mit dem Rad ungebremst auf einen parkenden LKW auf, setzte das Rennen aber fort und holte sich in Blindenmarkt Landesmeisterschafts-Silber!

Von Bernd Dangl. Erstellt am 22. August 2018 (02:57)
Karl Stöger
Kaum zu bremsen: Alexander „Iron Alex“ Frühwirth.

Was ist das bloß für ein „harter Knochen“, dieser Alexander Frühwirth. Einmal mehr bewies der Kirchberger, dass er nicht umsonst den Beinamen „Iron Alex“ trägt. Denn bei der Sprint-Landesmeisterschaft am Ausee in Blindenmarkt passierte ihm beim Rad-Turn ein Unfall.

„Ich hab‘ mich zwar gefühlt wie ein halbseitig Gelähmter, schleppte mich aber irgendwie ins Ziel.“ Iron Alex Frühwirth

Frühwirth: „Ich saß in der Aero-Position am Rad, sah aber schon, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgestellt waren. Zunächst 70km/h, danach 50, dann 30. Ich hab‘ mir dabei aber nichts gedacht, nur geglaubt, dass diese Schilder halt beim Wegräumen vergessen wurden …“

Stöger
Kaum zu bremsen: Alexander „Iron Alex“ Frühwirth.

Dem war aber nicht so. Frühwirth bog in vollem Tempo um die Kurve und landete ein paar Sekunden später per Frontalcrash in einem abgestellten LKW. Benommen und mit großen Schmerzen sammelte sich Frühwirth wieder, Erinnerungen an seinen Horror-Sturz beim vorjährigen Klagenfurter Ironman wurden wach. Doch „Iron Alex“ befand sich selbst für okay, sodass eine Aufgabe kein Thema war.

Frühwirth setzte den Rad-Split fort, ging danach auf die Laufstrecke. „Ich hab‘ mich zwar gefühlt wie ein halbseitig Gelähmter, schleppte mich aber irgendwie ins Ziel.“ Mit angeknacksten Rippen wurde es in einer Zeit von 1:10 Stunde Platz fünf in seiner Altersklasse und Platz zwei in der NÖ Landesmeisterschaftswertung! Den Gesamtsieg holte sich übrigens Staatsmeister Nikolaus Wihlidal in 58 Minuten.

Über sein Missgeschick ärgert sich Frühwirth sehr: „Es war unachtsam von mir – man lernt auch im höheren Sportler-Alter nicht aus.“ Aktuell erholt sich Frühwirth beim Urlaub von den Strapazen, das Rennrad ist aber auch da dabei. Die Schmerzen sind nach wie vor da. „Vor allem beim Laufen und wenn ich in der Aero-Position am Rad sitze.“

Auch der Nachwuchs konnte überzeugen

Aber nicht nur der Routinier durfte sich in Blindenmarkt über eine Medaille freuen. Tochter Verena finishte nach zwischenzeitlichen Problemen die Juniorinnen-Wertung an der zweiten Stelle und holte sich Landesmeisterschafts-Gold ab, Neffe Oskar sicherte sich in der Staffelwertung mit Partner Jakob Zeppelzauer –Frühwirth übernahm dabei das Schwimmen und Laufen – Platz zwei.