Titelträume sind jetzt Geschichte jetzt Geschichte. Von zwei weiteren Titeln durfte die Klosterneuburger Basketballfamilie träumen. Jetzt zog die Liga aber doch den Stecker.

Von Christoph Nurschinger. Erstellt am 18. März 2020 (01:43)
Für Werner Sallomon hat die Gesundheit und Sicherheit seiner Spieler absoluten Vorrang.
NOEN

Seit Montagnachmittag ist es traurige Gewissheit. Die Basketball Superligen werden in dieser Saison nicht fertig gespielt. Anlass sind die rasanten Entwicklungen in der Corona-Krise und die neuen Maßnahmen zur Bekämpfung dieser von Seiten der Regierung.

„Vor einer Woche haben wir uns noch auf den All Star Day und die Play-offs gefreut. Leider hat uns die Realität schneller eingeholt, als das viele von uns erwartet haben“, erklärt BSL-Geschäftsführer Tomas Kanovsky. „Umso mehr müssen wir jetzt alles dafür tun, dass sich die Lage in absehbarer Zeit wieder einigermaßen normalisiert. Aus diesem Grund sehen wir auch keine andere Möglichkeit, als den Spielbetrieb vorzeitig zu beenden.“ Das weitere Vorgehen will der Verband nach enger Absprache mit den Vereinen kommunizieren.

„Leider hat uns die Realität schneller eingeholt, als das viele von uns erwartet haben.“ Tomas Kanovsky BSL-Geschäftsführer

Diese deutliche Reaktion schiebt den Spekulationen über den weiteren Verlauf der Saison einen Riegel vor und kommt auch nicht überraschend. So hatten fast alle Teams ihre Legionäre bereits zuvor in die Heimat geschickt. Letzte Woche war man noch etwas zögerlicher und hatte versucht den Spielbetrieb mittels Geisterspielen am Laufen zu halten. Nachdem aber auch der Fernsehsender, der die Spiele übertragen hätte sollen, absprang, waren der Liga die Hände gebunden. Die Klosterneuburger zeigen sich zwar äußerst verständnisvoll, dennoch trifft diese Entscheidung die Basketballer hart.

Das verwundert nicht weiter, denn sowohl bei den Herren, als auch bei den Damen hätte man heuer in den obersten Spielklassen ein deutliches Wörtchen um den Meistertitel mitreden können. Zu Beginn der Saison waren die BK-Duchess gegen die Favoritinnen aus Graz noch klar unterlegen. Mit Vorlauf der Spielzeit konnten die jungen Klosterneuburgerinnen aber immer weiter aufschließen und sich großartig entwickeln. Spätestens seitdem Lisa Zderadicka im Dress der Duchess auflief, war man mit den Grazerinnen auf Augenhöhe. Immerhin einen Titel können die Klosterneuburgerinnen dennoch aus dieser Saison mitnehmen. Im packenden Cupfinale wurden die Grazerinnen mit viel Kampf und hohem Fokus in die Knie gezwungen.

„Natürlich wäre es bei dieser Entwicklungskurve schön gewesen, die weitere Saison zu spielen, aber wir ziehen natürlich zu hundertprozentig mit den angeordneten Maßnahmen mit. Wir sind uns hier auch unserer Vorbildfunktion bewusst“, war Duchess-Coach Stano Stelzhammer trotz der widrigen Umstände gefasst und fuhr fort: „Wenn alles wieder in einem Zustand ist, in dem ein Training genehmigt wird, werden wir uns darauf vorbereiten, nächstes Jahr um den Titel zu kämpfen.“

Auch aus Sicht der Dukes von Werner Sallomon ist die momentane Situation doppelt bitter. Nach vielen Jahren der kontinuierlichen Aufbauarbeit, standen die Klosterneuburger zuletzt an der Tabellenspitze und waren ein heißer Tipp auf den Meistertitel.

NOEN

Das letzte Spiel vor dem Abbruch der Saison war übrigens die 500. Begegnung für Sallomon als Trainer der Klosterneuburger. Dieser weist aber auf den Ernst der Lage hin und unterstützt die klaren Maßnahmen der Liga. „Die Situation macht diese Maßnahmen notwendig. Es war die einzig richtige Entscheidung“, stimmt er dem Vorgehen des Verbands zu und fügt hinzu: „Es gibt nichts, dass über die Gesundheit geht, daher ist es ein Muss, diese Reaktionen jetzt zu setzen. Da gibt es kein Hin oder Her. Die Sicherheit und Gesundheit der Spieler hat absoluten Vorrang“.

Aus Sicht der Dukes kann man nur hoffen, dass der Kern der Mannschaft auch für die nächste Saison erhalten bleibt und dann ebenso stark auftritt wie in dieser Spielzeit. Sonst würde man sich in der bitteren Situation wiederfinden, mit der Entwicklungskurve genau auf das falsche Jahr gezielt zu haben, ohne dass man etwas dafür kann.

Dennoch eine ausgezeichnete Saison

Unabhängig von den kommenden Entwicklungen und der verkürzten Saison, die ohne einen Meister zu Ende ging, können alle Akteure der Klosterneuburger Superliga-Teams auf ein starkes Jahr zurückblicken, indem man sowohl bei Herren als auch Damen zu den besten Teams zählte und jeden Gegner schlagen konnte. Für die Fans darf man hoffen, dass die nächsten Jahre eine Chance auf eine Meisterfeier bieten.