Dominik Wychera: „Es war ein Wahnsinn“. Der Klosterneuburger Dominik Wychera wurde beim größten Xterra-Event der Welt starker Elfter. Die NÖN bat den Crosstriathleten nach der Schlammschlacht zum Interview.

Von Markus Nurschinger. Erstellt am 12. Juli 2017 (02:56)
NOEN
Total glücklich kam der Klosterneuburger Dominik Wychera trotz der Strapazen auf der Strecke als Elfter ins Ziel.

NÖN: Der Xterra in Frankreich ist der größte der Welt, wie bereitet man sich darauf vor?
Dominik Wychera: Wir sind bereits am Mittwoch vor dem Rennen angereist und hatten zu sechst ein Appartement. Mit zwei Freunden und Athleten aus den Niederlanden wohnte ich gemeinsam. Wir haben auch die Tage vor dem Rennen genutzt, um auf der Strecke zu trainieren. Insgesamt waren für das Rennen 1.200 Starter auf der langen Distanz und 700 auf der Sprintdistanz genannt.

NOEN, MW Photographie
Auf dem Mountainbike machte Wychera wie gewohnt Platz um Platz gut und kämpfte sich nach vorne.

Wie viele Athleten waren davon Pro-Athleten und wie war der Streckenverlauf?
Es waren mehr als 50! Das ist schon sehr viel. Uns erwarteten 1,5 Kilometer Schwimmen im See „Lac de Longemer“, danach kamen 42 Kilometer und 1.200 Höhenmeter auf dem Mountainbike. Trails, Schlamm, Steine, Wurzeln und jede Menge technische Herausforderungen inbegriffen- einige Athleten konnten diesen Kurs nicht einmal bewältigen. Dann kam der 10 Kilometer-Lauf, der ebenfalls sehr schwierig war.

Wie ist es Ihnen in dem Rennen gegangen?
Der Start ins kalte Wasser war am Anfang ein ziemlicher Kampf, aber nicht wegen der Temperatur, sondern wegen des großen Starterfeldes, alle wollten die beste und schnellste Spur zur nächsten Boje haben. Meine Taktik war klar, am Anfang gutes Tempo schwimmen um von der Menge wegzukommen, und wenn sich die Lage etwas beruhigt Tempo raus nehmen und auf mich konzentrieren- es gelang perfekt. Trotzdem kam ich erst um den 80. Platz aus dem Wasser, viele waren vor mir auf den Mountainbike trails, doch ich wusste auf dem Bike ist meine Stärke, und somit startete ich eine Aufholjagd.

Gelang Ihnen diese Aufholjagd auch?
Einen nach dem anderen konnte ich ein- und überholen. Nach der Bikestrecke befand ich mich schließlich auf Position 17. Mit mir kamen drei weitere Athleten in die Wechselzone und ich wusste, das es ein Kampf um die Positionen beim Lauf wird. Als Erster von dieser kleinen Gruppe lief ich aus der Wechselzone hinaus, eigentlich nicht die einfachste Taktik, denn man sieht nicht, wie es den Anderen geht und kann schwer einschätzen, wie schnell man läuft. Jetzt gab es kein zurück mehr, und somit war klar ich muss zeigen, wer hier der Schnellste ist. Ich lief sehr schnell an und den ersten Anstieg hinauf, oben angelangt ging es nach links scharf in den Wald, ich wagte einen Blick nach hinten, doch da war weit und breit keiner zu sehen. Mit dieser beflügelnden Info lief ich dahin und merkte schnell das meine Beine an diesem Tag noch einiges an Reserven mitbrachten. Bei den Labstellen griff ich nach Bechern voll Wasser und blieb nicht stehen, mein Blick war einzig und allein nach vorne gerichtet.

Ins Ziel haben Sie es als Elfter geschafft, knapp nicht Top Ten. Sind Sie mit der Platzierung zufrieden?
Es war ein Wahnsinn! Ein paar meiner Freunde und Bekannten der PRO-Szene konnten aufgrund von Reifenpannen nicht finishen und standen an der Strecke, teilten mir Zwischenzeiten mit und pushten mich. Als ich als Elfter ins Ziel lief, konnte ich es gar nicht fassen. Mit so einem Ergebnis beim größten Xterra der Welt, damit hatte ich davor nicht gerechnet.