Chris O‘Shea: „Die Entwicklung zählt“. Chris O‘Shea übernimmt die Dukes als Headcoach und hat für die kommenden Jahre viel vor. Wichtig ist ihm die konstante Weiterentwicklung seiner Mannschaft.

Von Christoph Nurschinger. Erstellt am 21. Juli 2021 (02:06)
Chris O‘Shea (links) legt viel Wert auf Kommunikation am Spielfeld und freut sich bereits auf die ersten Teamtrainings im August.
Filippovits, Filippovits

NÖN: Von Bonn in der höchsten deutschen Spielklasse nach Österreich zu Klosterneuburg. Das ist ein ziemlicher Umstieg. Wie kam es dazu?
Chris O‘Shea:
Ich wollte den nächsten Schritt in meiner Karriere machen und das Amt des Headcoaches übernehmen. In Klosterneuburg war man auf der Suche und Werner Sallomon und ich sind seit unserer Zeit beim Verband immer in Kontakt geblieben. So hat eines zum anderen geführt.

Was sind die größten Unterschiede zwischen den beiden Ligen?
Ganz klar das Geld. Damit meine ich aber nicht nur die Spielergehälter. Ein großer Verein in Deutschland hat vermutlich so viele Angestellte, wie alle Österreichischen Vereine zusammen. Das zieht sich auch durch die ganze Infrastruktur und das Umfeld. Das macht natürlich manches einfacher, aber nicht alles besser.

In Gmunden waren Sie zwölf Jahre lang tätig, in Bonn waren es sechs Jahre. Auch als Co-Trainer des Herren-Nationalteams und als Headcoach des U20-Nationalteams sind Sie bereits einige Jahre aktiv. Bei den Dukes war ebenfalls von einer langfristigen Zusammenarbeit die Rede. Wie lange soll ihr Vertrag in Klosterneuburg laufen und werden sie weiterhin für die Nationalteams tätig sein?
Als Trainer geht es mir sehr stark um die Arbeit in der Halle und die Entwicklung meiner Teams und Spieler. Da ist es wichtig, dass man langfristig denkt und arbeitet und ich glaube, dass sich das auch in meiner Arbeit zeigt. Mein Vertrag mit den Dukes geht über die nächsten drei Jahre. Beim Verband bleibe ich weiterhin in meinen bisherigen Positionen bei den Nationalteams tätig.

Haben sie die Österreichische Superliga und die Spiele der Dukes in der letzten Saison verfolgt?
 Ja ich kenne die Österreichische Liga natürlich noch sehr gut und habe einige Spiele gesehen. Ich habe auch einige Spiele der Dukes gesehen und einen guten Eindruck von der Mannschaft.

Der Teamgeist ist hier sehr hoch und die Mannschaft war stets eine geschlossene Einheit

Was ist ihnen bei den Dukes aufgefallen? Wo sehen Sie die Stärken und die Schwächen der Mannschaft?
Vieles von dem was ich gesehen habe, hat die Klosterneuburger bereits ausgezeichnet, als ich noch bei Gmunden war. Der Teamgeist ist hier sehr hoch und die Mannschaft war stets eine geschlossene Einheit. In der letzten Saison ist mir das auch aufgefallen. Selbst als das Team von vielen Ausfällen geplagt wurde und jede Woche andere Spieler in die Startaufstellung rücken mussten, haben sie gut mitgespielt. Es wird viel gepasst und mit hohem Tempo gespielt. Außerdem wird viel kommuniziert, worauf ich selbst großen Wert lege.

Und wo sehen Sie die Schwächen?
Das ist schwerer zu sagen. Besonders so, wie die letzte Saison verlaufen ist. Das Team war in den entscheidenden Phasen sehr ersatzgeschwächt und oft anders aufgestellt. Da kann man schwer von Schwächen sprechen, wenn man nicht gewinnt. Wir werden aber sicher Bereiche finden, in denen wir fokussiert arbeiten müssen.

Mit James Murray-Boyles ist Ihnen ein vielversprechender Transfer gelungen, der die Mannschaft auf enigen Positionen unterstützen kann. Ist der Roster jetzt komplett oder gibt es noch Positionen, auf denen Sie sich eine Verstärkung wünschen würden?
Der Roster ist jetzt komplett und wir haben eine gute Mannschaft. Jetzt werden die nächsten Wochen und Monate zeigen, welche Spieler sich gut entwickeln und welche Positionen sie einnehmen. Da ist es aber noch zu früh für genaue Prognosen.

Was ist Ihre Zielsetzung für die kommende Spielzeit mit den Dukes?
Die Entwicklung zählt. Wir haben viele junge Spieler, die will ich weiterentwickeln und besser machen. Natürlich hat kein Trainer zum Ziel, die Play-offs nicht zu erreichen, es ist mir aber wichtiger, dass die Spieler im Training mit Einsatz dabei sind und wir uns stetig verbessern. Wenn wir das schaffen, dann werden wir den Erfolg haben, den wir uns verdienen. Das ist eher meine Einstellung zu der ganzen Sache. Es gibt einfach zu viele Dinge, über die wir Trainer und Spieler sowieso keine Kontrolle haben, wie die Stärke der Gegner oder die Verletzungssituation. Da kann man keinen bestimmten Platz anvisieren. Das hat auch die letzte Saison gezeigt. Die Dukes waren sehr stark, aber Covid und Verletzungen haben die Pläne durchkreuzt.

Der Roster ist jetzt komplett und wir haben eine gute Mannschaft. Jetzt werden die nächsten Wochen und Monate zeigen, welche Spieler sich gut entwickeln und welche Positionen sie einnehmen

Wie schaut das aktuelle Programm der Spieler aus?
Ich habe schon mit allen Spielern geredet oder telefoniert. Aktuell sind wir im Individual- oder Kleingruppentraining und die Spieler bereiten sich physisch auf die kommende Saison vor. Ende August gibt es dann die ersten Mannschaftstrainings, bei denen wir alle beisammen sind. Darauf freue ich mich schon sehr. Vor dem Start in die Superliga wollen wir auch wieder im Alpe Adria Cup mitspielen, der immer eine gute Chance ist um sich einzuspielen und zu entwickeln.