Sport ist wichtig: Höchste Zeit für Lockerungen . Die Klosterneuburger Vereine kämpfen mit der aktuellen Situation und hoffen auf Veränderung. Viele Verantwortliche befürchten Mitgliederschwund.

Von Christoph Nurschinger. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:23)
Ein mittlerweile gewohntes Bild: Leere Tribünen sind im Sportgeschehen zum Alltag geworden. Viele hat es aber noch schlimmer erwischt. Bei zahlreichen Vereinen kann aktuell nicht trainiert werden.
Wallner

Die Situation in vielen Klosterneuburger Vereinen ist prekär. Zahlreiche Vereinsvertreter wünschen sich, endlich wieder mit dem Training starten zu können. Fast alle Sportvereine mussten sich ohnehin bereits im letzten Jahr intensiv mit Trainings unter Abstandsregeln und Präventionskonzepten auseinandersetzen. Man würde sich durchaus in der Lage sehen, wieder zu starten.

Im Moment muss man allerdings noch abwarten, welche Lockerungen kommen und wann diese in Kraft treten. FCK-Obmann Stephan Faulhammer wünscht sich eine rasche Veränderung und spricht damit vielen seiner Kollegen aus der Seele: „Die Situation ist mittlerweile extrem mühsam und wird langsam absurd. Wir tragen alle Maßnahmen mit, ich finde sie schön langsam aber nicht mehr verhältnismäßig. Wenn das Wetter besser wird, werden die Leute im privaten Bereich aktiv werden, wo es dann keine Kontrollen durch Präventionskonzepte und Tests gibt.“

„Ich habe die Befürchtung, viele Mitglieder zu verlieren.“ Robert Haas, Obmann JCK

Für die Obleute ist die Situation teilweise extrem belastend, denn man merkt, so der Tenor, dass es immer schwieriger wird, Trainer und Sportler bei der Stange zu halten. Das merkt auch JCK-Obmann und Trainer Robert Haas.

Der Judoclub kann zwar unter Spitzensportauflagen in den Räumlichkeiten des MTV trainieren, ausreichend ist das aber bei Weitem nicht: „Nur ein kleiner Teil des Vereins darf trainieren, und ein effizientes Training ist unter diesen Umständen kaum möglich. Der Aufwand ist im Gegenzug allerdings extrem hoch. Ich habe die Befürchtung, viele Mitglieder zu verlieren, wenn diese Situation noch lange so anhält.“ Erschwert wird dem Judoclub die Arbeit auch durch die vorübergehende Schließung der Turnsäle der Stadt.

Ein kritischer Faktor für viele Trainer ist die Situation jener Kinder und Nachwuchsspieler, bei denen sportliche Betätigung im privaten Bereich nicht gezielt gefördert wird. Man befürchtet, dass hier ganze Jahrgänge zum Couch-Potato werden. „Jene Kinder, die auch im privaten Bereich gefördert werden, wechseln vielleicht den Verein oder die Sportart. Schlimmer sind aber jene Fälle, wo die Kinder dem Sport komplett den Rücken kehren. Das wird langfristig auch dem Gesundheitssystem schaden,“ so Faulhammer.

Es gibt aber auch Hoffnung. „Wir planen bereits Trainingslager für die nähere Zukunft, in der Erwartung, dass diese dann möglich sein werden. Ich glaube, dass man auch in der Politik bald einsehen muss, dass im Bereich des Sports dringender Handlungsbedarf besteht,“ erklärt Robert Haas. Und Faulhammer meint: „Sport ist jetzt zumindest wieder ein Thema. Ich glaube, dass sich rasch etwas ändern wird, und die Vereine werden dafür größtenteils gerüstet sein.“

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